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 between two worlds

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Roseo
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BeitragThema: between two worlds   Mo Feb 19, 2018 9:49 pm

das Eingangsposting lautete :

Irgendwann wird hier ein ziemlich passendes Bild oder ein Zitat oder so stehn (:

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EndlessDream
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BeitragThema: Re: between two worlds   Fr März 02, 2018 1:05 pm

Ivar
Auf ihre Antwort ging ich nicht weiter ein, ich war dieser Konversation müde, sollte sie doch denken was sie wollte. In den weiteren Stunden war ich noch ein paar Male nach draußen ins Lager gegangen, hatte die Prinzessin aber immer im Zelt zurückgelassen, auch mit dem Hintergedanken, dass sie unversehrt bleiben würde. Als ich mich bei diesem nun doch schon fürsorglichen Gedanken ertappte, wurde mir schlecht und ich verdrängte ihn sofort wieder.
Ich unterhielt mich am Feuer ein wenig mit Raoul, meinem Onkel mütterlicherseits und ein starker Krieger. Ich freute mich darüber, dass er mit uns hierher nach England gesegelt war und uns zur Seite stand. Auch er fragte mich wegen der Pläne, die ich mit der Prinzessin haben würde, doch genauso wie meinem Bruder, konnte ich ihm ebenfalls keine Antwort darauf geben.
Als die Sonne dann allmählich unterging und den Wald in ein trübes Licht tauchte, beschloss ich, zurück ins Zelt zu gehen, schenkte der Christin dort aber keine weitere Aufmerksamkeit, sondern legte die Waffen, welche ich zuvor nochmals sicherheitshalber mitgenommen hatte, neben mein Kopfkissen, nahm den Umhang von meinen Schultern und zog anschließend das Leinenhemd aus, woraufhin sofort die kühle Luft auf meinen nackten Oberkörper traf, wie kleine leichte Messerstiche.
Sehr davon überzeugt, dass die Prinzessin mir nichts schlimmes antun könnte oder würde, kehrte ich ihr weiterhin den Rücken zu, zog die Wildlederstiefel aus und legte mich anschließend ohne ein Wort zu sagen, ins Bett, deckte meinen Oberkörper mit dem wärmenden Tierfell zu.
Von draußen kommend hörte man im Zelt wie sich die anderen noch unterhielten, ich erkannte auch Aegirs Stimme, und gemeinsam tranken.
In Gedanken schon beim morgigen Tag, schloss ich wenig später meine Augen, doch in einen Tiefschlaf würde ich wohl nicht fallen, da mein Unterbewusstsein alles mitbekommen musste, wenn doch noch etwas passierte und ich mich dann schnell wehren könnte.
Wo das Christenmädchen schlief oder ob sie es überhaupt tat, interessierte mich nicht besonders, schließlich war ich derjenige, der morgen fit sein musste, um den Überblick über die Truppe zu behalten.
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Roseo
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BeitragThema: Re: between two worlds   Fr März 02, 2018 8:20 pm

| Isabella |
Mitlerweile hatte ich zwei Vermutungen, entweder, er ging davon aus, dass ich ihm mehr vertraute mich nicht zu missbrauchen als allen anderen, was ich nicht tat. Oder er dachte das Gegenteil, dass ich zu große angst vor ihm hätte, um eine Flucht zu wagen. Allerdings war keines von beidem wirklich der Fall, eher beides, auf eine unangenehme Art in meinem Kopf vermischt, die an meiner Schläfe drückte und mich innerlich einzwängte.
Ich trat immer wieder zum Ausgang, aber nie sah ich hinaus, weil Vorstellungen wie ein Vorhang mich zurückdrängten. Immer versuchte ich zu hören, wenn sich Schritte näherten, und begab mich an den äußeren Rand des Zeltes, versuchte gleichgültig dazustehen, aber es trat ohnehin nur ein paar Mal ein.
In der Zeit des absoluten Nichtstun, starrte ich gegen die Wand, betete, aber ich wusste nichtmehr für was, was ich mir erhoffen durfte. Darum bedankte ich mich einfach, für alles was ich noch hatte, alles was mir noch nicht passiert war und dafür, dass es meinen geschwistern vermutlich gut ginge. Und es half.
Als die leichten Sonnenstrahlen die hier und da ins Zelt drangen abschwächten, und der Kälte Platz gaben, trat er wieder mit einem Schwall von Lagerfeuergeruch ein. Bis jetzt hatte ich diesen noch nie gerochen, natürlich wusste ich wie Feuer roch, wenn Dinge verbrannten. Aber es hatte etwas anderes, raueres und wäremeres an sich. Innerlich wünschte ich mir aber die sanfte Hitze eines leicht glühenden Kamiens, an dessen glatten dunklen Fließen ich mich lehnen hätte können.
Von außen klang das Gelächter von Soldaten, ich wünschte, ich hätte zumindest einen erkannt, um Gesprächsfetzen zuordnen zu können, so blieben es zusammenhanglose Worte, und es fiel mir schwer einem Muster zu folgen. Kurz sah ich vom Ausgang zu ihm, gerade im richtigen Moment, um mitzubekommen, dass er seine Waffen genau neben seinem Kopfpolster platzierte, als Warung, oder vielleicht tat er dies ja immer. Als er sich sein Hemd auszog, fragte ich mich, ob sie überhaupt Kälte spührten, selbst unter meinen Schichten war die Luft kalt und beißend, gerade so, dass meine Fingerspitzen sich leicht taub fühlten.
Ohne auch nur ein weiteres Wort zu sagen, legte er sich schlafen, er hatte den Kopf zu mir gedreht, und ich sah, dass er seine Augen schloss.
"Möge Gott auch über dich im Schlaf hüten" flüsterte ich, als er eingeschlafen war, ich es an seinem gleichmäßigen Atmen sah.
Wie lange ich dastand, wusste ich nicht, allerdings lachten die anderen noch immer, als ich mich kurz auf meinen abgelegten Rock hockte, der Stoff des Kleides bauschte sich auf, und ich hatte Angst, ihn aufzuwecken, bei jedem Schritt den ich tat, auch hatte häufig auch das Gefühl, es tatsächlich getan zu haben.
Zwei Möglichkeiten, ich wurde es los, oder ich lernte, leise damit zu gehen. Erstes schien unmöglich, niemals würde ich mich so anbieten, entblöst und von allem frei, dass mich tatsächlich von einer Prinzessin und einer einfachen Geisel-Prostituieren-Opfergabe, oder was ich nun auch immer war, unterschied. Zweites schien nicht näher, bis jetzt hatte ich es noch nie für nötig empfunden, mich leise vortzubewegen, elegant, aber nicht lautlos, das Rascheln und Streifen des Stoffes hatte ganz einfach dazu gehört.
Leise versuchte ich aufzustehen, beugte mich nach vorne und zur Seite, testete, wie weit ich mich bewegen konnte, ohne ein Geräusch zu machen, und stellte ernüchternd fest, dass ich anscheinend irgendetwas falsch machte, zwar war ich leise genug, dass es mich selbst nicht wecken würde, allerdings hatte ich auch keinen Schritt gemacht.
Vorsichtig blickte ich zu dem schlafenden Barbaren. Mit geschlossenen Augen und der decke, die seinen Körper verbarg, fehlte ihm etwas, dass ihr zuvor Angst gemacht hatte, vielleicht sein Blick, oder seine Ausstrahlung. Und doch schwebte noch etwas über ihm, dass mir plötzlich alle Ereignisse und Änderungen einblendete, Gänsehaut lief mir die Arme hoch. Meine Füße fühlten sich an wie Steine, und ich wand mich in Zeitlupe um, konnte ihn nicht länger ansehen.
Ich versuchte an die Osternacht zu denken, in der wir durchgebetet hatten, kniete mich hin, darauf bedacht genau das, was ich zuvor ausprobiert hatte anzuwenden. Trotzdem kam ich mir vor, als wollte ich selbst jede einzige Bewegung unterstreichen. Vielleicht kam es mir nur so laut vor, weil es an mir hing, aber selbst mein Atmen schien in meinen Ohren die gdämpften Stimmen der anderen Wilden zu übertönen.
Ohne Worte betete ich.
Irgendwann verstummten das leise Lachen und die Gespräche, denen ich nichteinmal mehr versuchte zu folgen.
Dann plötlich wurde es leicht dämrig, und ich fühlte mich nebelig und wach. Er schlief noch, ruhig und friedlich wirkte jeder Jünger, stellte ich mit geneigtem Kopf fest, ihn betrachtend, eine Hand auf der verkrustenden Wunde auf meinem Oberarm.
"Wir brechen früh auf" gefolgt von einem herzhaften Gähnen.
"Viel zu früh" verschlafen und gleichgültig.
"Kannst ja weiterschlafen und dich wecken lassen" noch immer gähnend.
"Alles besser als Schnee ins Gesicht zu bekommen" 'Verschlafen' lies sich Zeit beim Antworten.
Die Schritte kamen am Zelt vorbei und stoppten, ich war schon einen Schritt zurück getreten.
"Ihr seit auf, ihr kümmert euch um die Pferde" überrascht, die erste Frauenstimme, erinnerte mich an die einer alten Magt, die zu viel Zeit in der kalten Waschküche verbracht hatte.
Aus dem Augenwinkel sah ich, wie der Ungläubige sich aufsetzte.

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EndlessDream
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BeitragThema: Re: between two worlds   Fr März 02, 2018 10:16 pm

Ivar
Die Sonne ging draußen langsam auf, als ich müde die Augen öffnete und erstmal verschlafen blinzelte, während mir bekannte Stimmen an mein Ohr drangen.
Die Nacht war ruhig gewesen, ohne irgendwelche Zwischenfälle, wodurch ich mich wenigstens ein bisschen entspannen konnte. Kurze Zeit später, nachdem ich der Unterhaltung meiner Leute mehr oder weniger zugehört hatte, fuhr ich mir mit der Hand übers Gesicht, richtete mich auf und stützte mich mit den Unterarmen ab.
Die jüngeren Krieger unter uns verstanden manchmal noch nicht viel davon, wann die besten für Zeiten für Aufbrüche gegeben waren, sondern wollten lieber lange oder ihren Rausch ausschlafen, doch sie mussten sich daran gewöhnen.
Mein Blick fiel nun auf die Prinzessin, welche an der Stelle saß wie anfangs kurz nach ihrer Übergabe an mich.
"Du siehst müde aus, hast du etwa nicht geschlafen, Christenmädchen?", fragte ich mit rauer Morgenstimme, musste finster schmunzeln. Ich verspürte ihr gegenüber kein Mitleid, jetzt wusste sie wenigstens, wie sich Gefangene in ihrem ach so tollen Königreich fühlten. Erniedrigt, keine Aussicht auf ein wärmendes Feuer.
Ich erwartete keine Antwort, da diese schon offensichtlich war, schob stattdessen die Tierfelldecke zur Seite, stand anschließend auf, um mich vorerst zu strecken, bevor ich das Leinenhemd und darüber eine hochwertig genähte Jacke anzog. Der warme Stoff verursachte ein angenehmes Gefühl in meinem Körper, welches durch den Umhang noch verstärkt wurde, welchen ich wieder umhängte, nachdem ich die Wildlederstiefel angezogen hatte.
Besonders wach war ich zwar noch nicht, aber beschweren würde ich mich im Gegensatz zu den anderen jungen Vikingern auf jeden Fall auch nicht. Alles was jetzt zählte wäre die sichere Heimreise, nicht der Wille des Ausschlafens.
"Wir segeln heute nach Norwegen, was bedeutet, dass eine mehrtägige Seefahrt vor uns liegt. Bereite dich innerlich schon mal darauf vor." Ich sprach zu der Christin, packte währenddessen aber meine Sachen zusammen, trank den letzten kleinen Rest des Ales, der sich noch im Krug befand, aus dem Becher.
Mittlerweile machten mir längere Schiffsfahrten nichts mehr aus, aber wenn ich an meine erste Reise dachte, musste ich mir eingestehen, dass diese nicht die angenehmste gewesen war. Ich freute mich schon darauf zu sehen, wie sich die Prinzessin wohl anstellte.
Nach einem weiteren kurzen Blick zu ihr, schulterte ich die Ledertasche, in der sich meine Sachen befanden und ging damit aus dem Zelt, wo mich noch ein halb schlafendes Lager erwartete.
Nur ein paar der Krieger kreuzten mir den Weg, nickten zur Begrüßung, bevor sie weiter ihrer Arbeit nachgingen, nämlich einen Hänger mit Gepäck zu beladen.
Genau wie gestern hing noch dichter Nebel in den Baumwipfeln, die Luft war kalt.
"Gunborg!" Mit fester Stimme rief ich die Kämpferin zu mir, welche gerade ihre Sachen zusammenpackte, nun aber innehielt und gehorsam auf mich zukam. "Guten Morgen, Ivar, die Schiffe werden schon zum Aufbruch fertiggemacht." Ihr Blick hielt dem meinen nur schwer Stand. "Gut. Du musst mir einen Gefallen tun und mir eines deiner Gewänder geben." Nach meiner doch etwas ungewöhnlichen Forderung, sah die kleine Frau mich verwirrt an, weshalb ich ihr nur kurz sagte, für wen ich es brauchen würde. "Für die Christin? Aber...in Ordnung." Ein ernster, ungeduldiger Blick von mir genügte, um ihren Widerstand zu brechen, woraufhin Gunborg ohne zu zögern zu ihren Sachen lief, mir ein unauffälliges cremefarbenes Kleid brachte. Ich nahm es entgegen, nickte schwach und entfernte mich zufrieden.
Vor meinem Zelt gab ich einem Mann meine Tasche, die er zu den Sachen von Aegir bringen sollte.
"Zieh das an, mit deiner Kleidung nimmst du zu viel Platz weg." Ohne einen eindeutig definierbaren Gesichtsausdruck legte ich das Kleid vor der Prinzessin auf den Boden. Sie würde mit ihrem Gewand wirklich nur stören, außerdem war ich mir fast sicher, dass ihr Gunborgs Kleid ebenso gut passte.
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BeitragThema: Re: between two worlds   Fr März 09, 2018 5:41 pm

| Isabella |
Wo hätte ich schlafen sollen? Wie ein Hund, der vor dem Bett seines Herrchen darauf wartete, ein wenig Aufmerksamkeit zu erlangen?
Überrascht von der ungewohnten Aggressivität hielt ich meinen Mund.
Wärend er sich wieder anzog schlang ich meine Arme um mich und versuchte etwas zu finden, wusste aber nicht nach was ich suchen sollte.
Norwegen, auf zu den Wilden, ich versuchte wieder mein Kinn zu heben, ein wenig haltung zu zeigen, etwas einer prinzessin an mir zu haben, außer das weite Kleid, die halb eingeflochtenen Haare, die dünnen silbernen Ringe an meinen Fingern und der Name nach meinem eignenen. Die Gebete hatten mir das erste Mal keine Zuversicht gebracht, stellte ich fest, und beschloss, dass ich vermutlich einfach zu müde dafür wäre.
Er verlies das Zelt, und ich hatte einen Gedanken immer wieder in meinem Kopf gefunden, gesagt hatte er schließlich nicht, dass ich das Zelt nicht verlassen durfte, und am helllichten Tag, vielleicht würden die anderen davon ausgehen, dass ich einfach einmal Luft brauchen würde?
Zaghaft ging ich zum Vorhang, nachdem ich mir sicher war, dass er nicht mehr davorstand, nahm ich den Stoff in die Hand und plötzlich war ich garnichtmehr so gespannt, wie all die anderen Wilden ausgeschlafen und in ihrem Lager aussahen. Seine Worte, dass ich dann auf mich alleine gestellt wäre, machten mir Angst, und bis jetzt hatte er noch nicht versucht mich umzubringen. Es war leichtsinnig dies auf alles weitere zurückzuführen, aber ich trat zurück, gerade richtig, als er wieder kam, mit einem hellbraunen Stück Stoff in Händen. Fragend trat ich zurück, er erklärte, dass es ein Ersatz für meine Kleid wäre, noch bevor er meine ausgestreckte Hand sehen konnte, legte er es vor mir auf den Boden. Vielleicht hätte ich mich nicht getaut das Kleidungstück direkt von ihm zu nehmen, aber jetzt lies ich meinen Arm noch ein wenig zwischen uns stehen, sah ihn mit einer Mischung aus Frage, Vorwurf und Angst an, bevor ich in die Knie ging, das Kleid aufhob und vor mich hielt, als wäre ich bei einer Anprobe. Es war wie ein dickes loses Unterkleid, hell, mit dezenten Verzierungen am Saum und den Ärmeln, schwer und außen ein wenig rau. Mit der Anderen hand fuhr ich den Stoff meines Kleides von meiner Seite bis zum Rock entlang, fühlte die Fülle und die Geborgenheit, machte einen von den Geräuschen des Stoffes begleiten Schritt nach hinten und stellte mir die Frau vor, der das Kleid eigentlich gehörte.
Der Gedanke war plötzlich da, und ich war mir unsicher, ob ich mich das treuen würde.
Wartend stand ich da, mit dem Kleid über einen Arm geschlagen.

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BeitragThema: Re: between two worlds   Do Mai 10, 2018 5:56 pm

Ivar
Sie sagte kein Wort, stand nur da und sah mich abwartend an. Es war mir egal, ob der werten Prinzessin das Kleid zustand oder nicht, nur in ihrem jetzigen Gewand konnte sie keinesfalls bleiben.
"Beeil dich, es dauert nicht mehr lange bis wir aufbrechen", meinte ich forsch, schnürte das Tierfell was mir als Decke gedient hatte und das improvisierte Kopfkissen noch schnell zu einem Bündel zusammen, bevor ich das Zelt wieder verließ.
"Du willst die Christin wirklich mitnehmen?" Auf dem Weg zu einem der Hänger, kam Aegir zu mir, lief schnell neben mir her, um Schritt halten zu können.
Ich verdrehte genervt die Augen und legte die Felle zu den anderen Sachen, drehte mich daraufhin zu meinem Bruder.
"Es sieht wohl ganz so danach aus oder etwa nicht?" "Vielleicht machst du damit einen Fehler, Ivar." Ich seufzte, konnte gut auf derartige 'Ratschläge' von ihm verzichten.
"Ja, vielleicht, aber das wissen nur die Götter! Sie wird mitkommen, finde dich damit ab!", meine Stimme bebte schon fast vor Wut, da Aegir sich mal wieder als der Klügere fühlte, der seinem jüngeren Bruder in's Gewissen sprechen wollte. So langsam musste er aber wissen, dass ich meine eigenen Entscheidungen traf, egal ob es ihm gefiel oder nicht.
"Sprich lieber noch einmal zu Thor, damit wir gut über das Meer kommen...Für eine Opfergabe ist jetzt keine Zeit mehr." Das war das Letzte was ich zu Aegir sagte, bevor ich an ihm vorbei zurück zum Zelt ging und selber in Gedanken zu dem Wettergott sprach, auf dass er keinen Sturm während der Seefahrt aufziehen lassen möge.
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BeitragThema: Re: between two worlds   Fr Mai 11, 2018 9:01 pm

|Isabella|
Geduldig blieb ich dort, nicht wirklich in der Ecke und auch nicht mittig, wartete. Sollte ich mich wie im Weg fühlen? Vielleicht würde ich mich mein restliches Leben wie eine Vase fühlen, die man unspassend viel zu mittig platzierte, um die man immer herumging, mit genervtem Blick, bis eines Tages jemand sie einfach aus Ungeduld umwarf, und niemand wirklich so recht wusste, warum die Vase denn nun mitten im Weg zu stehen hatte.
Mit meinem Blick verfolgte ich wie er abgewand meinte, ich solle mich beeilen, die Antwort, dass ich bis jetzt mich einerseits niemals bei irgendetwas großartig beeilen hatte müssen, und ich es in Zukunft auch nicht plante, hinterlies unausgesprochen einen bitteren Nachgeschmack auf meiner Zunge. Stimmten meine eigenen Gedanken nun schon nichtmehr, war ich doch mehr als bereit, sobald er das Zelt mit den Sachen, die er gerade packte, verlassen hatte, mich dem Königskleid zu entledigen, und es gegen den Fetzen Stoff auszutauschen.
Als er dies tat, verrenkte ich meine arme nach hinten, versuchte das Kleid, das ich mir tatsächlich noch nie selbst vom Leib nehmen musste, von mir zu bekommen. Der Schnitt in meinem Oberarm begeann erneut zu bluten, waren die Seiten wohl wieder aufgegangen und es stach. Halbnackt fühlte ich mich schließlich wie ein Vogel, mitten auf dem weiten Meer. Nicht hoch am Himmel frei, sondern mit gebrochenem Flügel im Wasser treibend, wohl wissend über all das, was tief unter oder neben mir lauern könnte. Das Korsett lag wie eine aufgeknackte Walnusschale nutzlos da und das Kleid war rauer als es ausgesehen hatte, lose hing es an mir herunter, verhüllte meine Gestalt, schmiegte sich nicht an mich, gab mir keine Figur. Es verdeckte zumindest sogar meine Schlüsselbeine, behielt das Kreuz an meiner Brust, wo sich das Holz plötzlich unglaublich wichtig auf meiner Haut anfühlte, einen der vorigen Schnitte berührte.
Eine impulsive, unüberlegte Tat folgte der nächsten, warum ich ein Stück des Saums abriss, es in eine Tasche des Kleides steckte, war mir nicht wirklich bewusst, und woher ich anschließend den Mut hernahm, das Zelt zu verlassen. Vielleicht war es der raue Stoff mit dem Kreuz, dem Stückchen Heimat. Oder die Tatsache, dass der Wilde mit dem anderen gerade so weit weg war, genug laut geredet hatte, dass ich ungefähr verstand. Die Ungläubige Frage nach mir, die unerwartete Antwort seinerseits. Um Schritt zu halten, verlies ich das Zelt viel weiter, als mir lieb war, mit pochendem Herzen, die nackten Füße so ungewohnt auf purem Boden, auf Ästchen und Steinen, auf Erde. Intuitiv die Hand auf dem Fleck, unter dem sich mein Glaube befand folgte ich ihnen so lange, bis sie stehen blieben, und ich damit praktisch ebenfalls dazu gezwungen wurde, mich nicht mehr zu bewegen, möglichst nicht in ihr Sichtfeld zu gelangen, wo sie waren, was sie machten, wusste ich nicht, und auch ihre Stimmen waren nun undeutlich, einer von beiden war definitiv gerannt, und ich fragte mich, wie meine Gedanken auf so etwas Wert legen konnten, wärend meine Knie sich anfühlten, als hätten sie meinen Körper noch nie getragen, mein Herz, als würde es meinen Brustkorb verlassen und meine eigentlichen Gedanken spielten Fangen mit sich selbst. Es war der Moment in dem ich Schritte auf mich zukommen hörte, als sich eine Hand von hinten auf meine Schulter legte, ich mit geschlossenem Mund aufschrie, die Augen zusammenkniff, ein Stoßgebet gen Himmel schickte, die Augen öffnete, als die Hand auf meiner Schulter mich mehr festhielt als dass sie dalag
"Die ist dir nachgelaufen Ivar, habe nicht das Gefühl, nachfragen zu müssen, was der Plan ist, aber die Wölfe sind doch sicher keine Option" sprach eine vollkommen ruhige, raue Stimme direkt neben mir zu den Schritten vor mir sprach, mit zusammengepressten Lippen blickte ich zuerst von der Stimme, ein unglaublich müdes Gesicht mit undurchsichtigen Augen, zu dem Barbaren, dessen Geschenk ich darstellen sollte, der in dem Moment anscheinend zurück zum Zelt hatte wollen.

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BeitragThema: Re: between two worlds   Sa Mai 12, 2018 4:11 pm

Ivar
Ein genervtes Seufzen kam über meine Lippen als ich stehenblieb und mich langsam zur Seite drehte, wo Dag, die Prinzessin festhaltend, stand und mir erwartungsvoll in die Augen schaute, eine Reaktion meinerseits abwartend.
Es brauchte nicht lange bis sich mein Körper anspannte, erzürnt darüber, dass sich die Christin meiner indirekten Anweisung widersetzt hatte. Mir ohne jegliche Erlaubnis zu folgen war jedoch weitaus schlimmer als der Versuch zu fliehen und dabei den anderen in die Arme zu fallen.
Ein solch törichtes Verhalten hätte ich von dem Mädchen inzwischen kaum noch erwartet, doch sie bewies mir nun das Gegenteil, wobei ich ihr bis vor Kurzem so viel Verstand zugetraut hatte, dass sie wissen müsste, dass man einen Vikinger lieber nicht wütend machen sollte.
Es stellte sich mir die Frage, warum die Christin mir gefolgt war, was sie sich davon zu versprechen gehabt vermochte, obwohl es hier draußen weitaus mehr Gefahren für ein Mädchen ihrer Herkunft gab als drinnen im Zelt, welches von ein paar meiner Leute soeben abgebaut wurde, da die Rückkehr in unsere Heimat immer näher rückte.
Umso mehr ärgerte es mich, dass uns die Prinzessin durch ihren dummen Fehler nun aufhielt und ich mir überlegen musste wie ich jetzt weiter mit ihr verfuhr.
Mein Blick wanderte kurz nach links, wo Aegir die Situation beobachtete, an den Hänger gelehnt. Doch nicht nur er sah zu, sondern auch andere, die somit ihre Arbeit unterbrachen, gespannt darauf, was ich tun würde.
"Warum musstest du nur so dumm sein, Christenmädchen?", fragte ich nun kopfschüttelnd, verzog keine Mine, während ich so weit auf sie zuging, dass sich gerade noch so viel Abstand zwischen uns befand, um sie problemlos von oben bis unten anzuschauen.
Während ich überlegte was für das Mädchen gerade am schmerzlichsten sein könnte, kam ich ihr noch einen Schritt näher, wobei mir die Kette mit dem hölzernen Kreuz um ihren Hals auffiel, woraufhin ein finsteres Schmunzeln meine Lippen umspielte.
Der Glaube, eines der wichtigsten Elemente im Leben eines Christen, ohne ihn fühlten sie sich schutzlos.
Ohne noch ein weiteres Wort zu verschwenden, umgriff ich das Stück Holz und riss es ruckartig mitsamt der Kette von ihrem Hals.
"Ich hoffe du lernst aus deinem Fehler", sagte ich todernst, bevor ich mich an Dag wandte. "Bleib bei ihr, bis wir aufbrechen und pass auf, dass sie keine weiteren Dummheiten macht."
Damit drehte ich mich um, ließ die Kette im Laufen einfach achtlos zu Boden fallen, die anderen widmeten sich derweil wieder ihren Aufgaben.
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BeitragThema: Re: between two worlds   So Mai 13, 2018 11:35 pm

|Isabella|
Genervt und leise, das Seufzen als Geräusch seiner Bewegung in die Richtung des anderen Wilden und mir, half nicht dabei, mich sicherer auf den eignen Beinen zu fühlen. Die Hand auf meiner Schulter war verschwunden, leider nicht wie der Schwarzhaarige, der noch immer wie eine Wache regungslos neben mit Position hielt. Lächerlich, wie ich mich an die Momente erinnerte, in denen unsere tatsächlichen Wachen neben und bei uns platziert gewesen waren, um tatsächlich auf uns aufzupassen, in den Farben des Königs, sie alle hatten die selben Gesichter gehabt, die selben Ausdrücke, den Stolz, die Wachen der Familie zu sein, die Aufgabe in der gesammten Haltung, dass nichts und niemand uns auch nur ein Haar hätte krümmen können. Bitte dachte ich daran, dass sie kläglich versagt hatten, und redete mir ein, wären die Stille zwischen uns drein herrschte, dass sie alle keine Schuld daran hatten.
Und irgendwie versuchte ich nicht auf den Schwarzhaarigen nach hinten zu fallen, machte sogar einen winzigen Schritt nach hinten, die Lippen aufeinandergebissen fühlte sich der Himmel viel zu weit weg, der Wald um uns herum zu tief, die anderen zu finster an, als dass ich meine Gedanken hätte fangen können.
Sein Blick fiel mir nur auf, weil er sich sonst nie umzuschauen schien, er hatte nie das Bedürfnis gehabt zu sehen, was andere, was sie, taten. Schien vollkommen auf seinen eignen Blickwinkel konzentriert zu sein. War sein Ziel wichtig? War irgendetwas davon wichtig? Wer war er eigentlich? Wer waren die anderen? Waren die wichtig? Kannten sie sich? Also gut? Was?  Wer?
Ich konnte ihm nicht genau zuhören, musste mich konzentrieren, zu stehen, und nicht tatsächlich nach hinten wegzukippen. Nur kam er wieder auf mich zu, nützte seine Größe, nützte seine Überlegenheit, kam so nah, dass er sie anschließend wieder betrachtete, als würde er jeden Zentimeter betrachten, musstern, sie abschätzen. In meinem Kopf echoten die Worte, die er zuvor mit irgendjemandem gewechselt hatte, dass es seine Entscheidung war, sie mitzunehmen, dass alle anderen anscheinend überrascht von der Entscheidung gewesen waren.
Das Kinn gehoben, auch wenn ich nicht wusste, wie ich überhaupt meine Angst aus meinem weit aufgerissenen Augen vertreiben sollte, schloss die Augen und bat um Hilfe, betete zu Gott, dass egal was er weit sagen sollte, egal was auch passierte, sollten die Gottlosen tun was sie taten, ich einfach nicht vom Weg abkommen sollte. Und natürlich, dass mir nichts passierte, auch wenn mich bei dem selbstgefälligem Gedanken fragte, was aus mir geworden war.
Ich schrie auf als mein Kopf ruckartig nach vorne geworfen wurde, einen Augenblick später fühlte ich das leichte Brennen um meinen Hals und sah das Kreuz vor meinen Augen, in den Händen des Blonden, den ich noch eine, vielleicht zwei Stunden zuvor friedlich schlafend gesehen hatte, als würde tatsächlich jemand auch über seinen Schlaf hüten, als hätte er jemanden, an den er sich wenden könne mit all der Wut... meine Gedanken halfen nicht gegen die Angst, als ich mir um den Hals griff, die Kratzer unter dem Kleid spührte, die das Kreuz hinterlassen hatte, und die geduckte Haltung, die ich eingenommen hatte, um mich weiter zu schützen.
Er meinte in seiner toten Stimme, dass ich hoffentlich lernte, und ich nickte nicht, weil ich mich davor erwischte, rechte mich statt dessen wieder aufrecht hin, sodass ich nicht all zu jämmerlich wirkte. Bevor er sich umdrehte, das dunkle, hölzerne Kreuz auf den Boden warf, mein Kreuz, befahl er noch dem Schwarzhaarigen hinter mir, der offenbar einen Schritt nach hinten gemacht hatte, ich wäre wohl sonst in ihn gestolpert, aufzupassen, dass ich ihm nicht weiter im Weg stand. Der offensichtliche Anführer lief halb weg, und die anderen wanden sich ab, entweder weil es nichts mehr zu sehen gab, oder aber weil sie nicht in Kontakt mit dem Blonden kommen wollten.
Kaum war er hinter einem gerade im Abbau befindnden Zelt verschwunden, war ich schon bei dem Kreuz, schnelle Schritte neben mir, niemand der mich aufhalten wollte, den einoder anderen Blick aus dem Augenwinkel, und dann hockte ich mich zu dem Holz, hatte es schon in der Handfläche, spührte die raue Fläche, leicht fettig, abgegriffen, benutzt, gebraucht. Als ich leicht aufsah, blickten mich die blauen, blassen Augen meines Aufpassers fragend an, leicht hatte er sich zu mir heruntergebeugt, fast als wolle er mir den Gegenstand aus der Hand schlagen, eine Drohung und gleichzeitig ein undefinierbarer Ausdruck auf dem müden Gesicht, und auch wenn ich vor dem Anführer deutlich mehr Angst hatte, jagte auch dieser Barbar mir einen Schauer über den Rücken.
In einer Bewegung erhob ich mich, und warf in dem Schwung das Holz hin in die Dunkelheit zu den Bäumen, dorthin, wo es herkam, das Kinn gehoben, die Schultern aufrecht, mein Kiefer leicht vorgeschoben. "Daran hängt nicht mein Leben" jedes Wort einzelnd betont, jedes bebend. Wer die Wilden waren, die es gesehen hatten, spielte keine Rolle, ich kannte sie alle nicht, ich wollte sie nicht sehen, ich wollte keine Namen. Außer den brennenden Kratzern auf meinem Schlüsselbein, dem leicht blutenden Schnitt daneben, dem auf meinem Oberarm, den roten Flecken an meinen Handgelenken, der dünnen Linie um meinen Hals, fühlte ich mich vor allen Nackt, es fehlte, das Stück Holz, das Kreuz, dass, was mich zusammengehalten hatte.
Dag packte mich am Oberarm und zog mich halb zur Seite, ausdruckslos wie zuvor und leicht wütend leise murmelnd "Nicht ganz was ich unter keine Dummheiten machen verstehe" Er schien sie halb aus dem Sichtfeld der anderen bringen zu wollen, ging noch ein paar Schritte weiter "Immerhin" noch nie hatte sie jemanden getroffen, der so wenig Gefühl in seiner Stimme hatte "Gunborg hat ihern Wetteinsatz verloren, bist lebend aufgewacht..." Er blieb stehen, lies sie los, stellte sie halb ab "aufgewacht..." murmelte er vor sich hin, sich umschauend, wärend ich mich fragte, ob ich gerade einen Fehler gemacht hatte. "Bei Balder, mit deinem Glück scheinen die Götter dich zu lieben" gerade als der Schwarzhaarige es aussprach, merkte auch ich, dass ich erneut dem Anführer praktisch im Weg stand.

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