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 between two worlds

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Roseo
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BeitragThema: between two worlds   Mo Feb 19, 2018 9:49 pm

Irgendwann wird hier ein ziemlich passendes Bild oder ein Zitat oder so stehn (:

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EndlessDream
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BeitragThema: Re: between two worlds   Mo Feb 19, 2018 9:55 pm

Ivar
Mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck beobachtete ich das Geschehen vor mir, während eines meiner Messer um die Finger meiner rechten Hand kreiste. Schon seit ein paar Tagen waren wir nun im englischen Reich, hatten am Tag zuvor Northumbria angegriffen und geplündert, morgen bei Sonnenaufgang würden wir dasselbe mit Wales machen.
“Vater wird stolz auf uns sein”, sagte ich überzeugt, als sich mein Bruder Aegir neben mich stellte, sah aber weiterhin unseren Kriegern dabei zu, wie sie Waffen und andere Notwendigkeiten durch das Lager trugen, welches im Wald vor Wales von uns erichtet worden war.
“Denkst du nicht, dass Northumbria genügt? Die Leute in Wales haben bestimmt von dem Raubzug mitbekommen und bereiten sich bereits für den Angriff vor.” Ich sah Aegir mit zusammengezogenen Augenbrauen an, hörte auf, die Waffe in meiner Hand kreisen zu lassen. “Sag mir, Bruder, bereust du es, mit mir anstatt mit Vater und Håvard gesegelt zu sein?” Meine Stimme war gedämpft, fast schon wütend, als ich den zwei Jahre älteren eindringlich musterte. Die Frage war schließlich nicht unberechtigt, schließlich hatte er sich gegen die Erkundung des Mittelmeers von Vater und meinem anderen Bruder entschieden, um mich nach England zu begleiten. Mittlerweile bestätigte sich mir aber immer mehr der Gedanke, dass Aegir seine Entscheidung bereute, was alles andere als ein schönes Gefühl war.
“Ein wenig, ja”, kam es nach einigen Sekunden fast schon emotionslos von dem Älteren, was mich jedoch nur noch wütender machte, weshalb ich auch augenblicklich das Messer auf ihn richtete. “Weißt du was? Ich brauche dich nicht, Aegir! Du kannst morgen gerne hier warten, während ich mit den anderen unseren Ruhm und Reichtum vergrößere!” Erschrocken, aufgrund meiner impulsiven Handlungsweise und bedrohlichen Stimme, sah Aegir zuerst auf das Messer in meiner Hand, danach in meine jetzt kalten blauen Augen, woraufhin ich verärgert die Zähne zusammenbiss und die Waffe wieder am Gürtel befestigte, welcher halb von einem Umhang aus Tierfell bedeckt wurde, der vor der Kälte schützend um meine Schultern hing.
Ein letzter kalter Blick zu Aegir, bevor ich mich von ihm abwandte. Morgen war ein weiterer wichtiger Tag, wobei es mir wirklich egal war, ob mein Bruder mich unterstützte oder nicht.
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Roseo
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BeitragThema: Re: between two worlds   Mo Feb 19, 2018 10:20 pm

| Isabella |
Ich schmeckte Blut und fuhr mir sogleich über meine Lippen, hoffe dass es niemand mitbekommen hatte.
"Du willst mich zum Narren halten" hoffte ich mit unebener Stimme, hob mein Kinn leicht an, zuckte mit dem Mundwinkel. Matilda fuhr sich durch die strohblonden Haare und schenkte mir das unschuldige selbstsichere Lächeln, dass sie nur zeigte, wenn niemand der mir glaubte anwesend war.
"Ich kann dir nicht glauben, das ist dir doch sicherlich bewusst?" erläuterte ich mich, stand von meinem Bett auf, den Rücken durchgestreckt, gerade, aufrecht.
Niemand sah uns so, es machte mich wütend, und das lies mich schlecht fühlen, schließlich sollte ich das Vorbild für meine kleine Schwester sein, ich sollte ihr alles lehren, was man mir beigebracht hatte.
Mein Vater würde nie wissen, wie unsittlich sich das blonde Mädchen überall hinsetzte, wo sich nur Platz finden lies, wie sie hinter dem Rücken ihrer Eltern schlecht über diese sprach.
"Um Himmels Willen Isabella" lachte meine kleine Schwester "Und wenn ich es dir noch tausend Mal sage, dass ist, was sich der Hof erzählt"
Ich vergrub meinen Kopf in meinen Händen, auch wenn die Nähte des Kleides an der Schulter sich gefährlich spannten, ich war eigentlich schon hinausgewachsen, aber es war mein liebstes Kleid.
Und ich sah mich schon im eisigen Wasser ertrinken, um Luft ringen.
Erneut hob ich mein Kinn und zwang mich dazu zu lächeln "Solange ich es nicht von Mutter gehört habe, ist nichts gewiss, und sie würden mich nie zu den Wilden schicken" und dann wiedreholte ich diesen Satz ewig weiter in meinem Kopf, selbst als Matilda längst aus meinem Zimmer verschwunden war, wie eine Leier, wie ein Gebet, bis ich selbst daran glaubte, und zufrieden an meine Zimmerwand blickte.

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BeitragThema: Re: between two worlds   Di Feb 20, 2018 4:30 pm

Ivar
In den nächsten Stunden gingen Aegir und ich uns komplett aus dem Weg, redeten kein Wort miteinander, aber aufgrund der immer noch lodernden Wut in mir, war das wahrscheinlich besser so. Es kam des Öfteren vor, dass es Meinungsverschiedenheiten zwischen uns Brüdern gab, meistens jedoch wegen meiner Sturheit, weil ich gerne meinen eigenen Kopf durchsetzen wollte. Mit umso mehr Stolz erfüllte es mich deshalb, dass eine große Gruppe an Vikingern unter dem Kommando von mir lag.
Gerade saß ich auf einem kleinen gemütlichen Berg bestehend aus Tierfellen in meinem Zelt, die Stimmen der anderen von draußen deutlich zu hören, was mich aber nicht wirklich störte. Meine Gedanken waren nämlich bereits bei dem morgigen Raubzug und bei den damit verbundenen Gefühlen. Das Adrenalin, welches durch die Adern schoss, während man die Axt oder ein Schwert in seines Feindes Körper schlug, der anschließend erleichternde Triumph, wenn dieser leblos zu Boden fiel. Ja, ich konnte es kaum erwarten, diese Gefühle wieder zu spüren und danach mit Schiffen voller Schätze nach Hause zu segeln. Erfreut über diese Vorstellung legte sich ein schiefes Grinsen auf meine Lippen, die Augen funkelten voller Vorfreude.
"Ivar." Mein Blick wanderte einen Moment später zum Eingang des Zeltes, wo soeben einer der Krieger erschien, aber dann auch schon wieder verschwand. Seufzend, da mein Alleinsein gestört wurde, stand ich auf und lief nach draußen, wo sich einige nur eine kleine Entfernung weiter versammelt hatten.
Festen Schrittes lief ich über den, aufgrund des vorherigen leichten Regens aufgeweichten, Waldboden an meinem Bruder vorbei, blieb zwischen den Kriegern stehen, die sich vor einem Mann positioniert hatten, welcher auf einem Pferd saß und uns sichtlich nervös anblickte. Allein schon dieser Anblick amüsierte mich, zufrieden darüber, dass der Christ großen Respekt oder Angst vor uns zu haben schien.
"Bringt ihn zu mir", befahl ich, woraufhin die Männer links und rechts neben mir auf den Reiter losgingen. Dieser versuchte, sein Pferd umzukehren, damit er fliehen konnte, doch meine Krieger waren schneller, zogen ihn von seinem Pferd, während ein anderer das Tier festhielt.
Wenig später kniete der Engländer vor mir im Dreck, mit der Klinge eines Messers an der Kehle, welches von einem meiner Männer gehalten wurde.
"Was erteilt uns die Ehre, dass ein Christ in unser Lager kommt?", fragte ich mit unüberhörbarer Ironie in der Stimme, ein finsteres Lächeln lag auf den Lippen. Der Mann, in dessen Augen sich pure Todesangst widerspiegelte, zitterte am ganzen Körper. "I-ich bringe Kunde v-von König A-alfred-" "Oh, du wurdest von dem ach so hochgelobten König persönlich geschickt! Wir sollten uns wirklich geehrt fühlen!" Ich drehte mich mit erhobenen Armen zu dem Rest der Krieger um, welche sofort in schallendes Gelächter ausbrachen. Auch ich musste grinsen, wandte mich wieder dem Boten zu. "Raus mit der Sprache, was will er?" Meine Stimme, inzwischen vielmehr ein zorniges Zischen, ließ den Mann noch mehr zittern, doch meine Geduld war schon so ziemlich am Ende. Ich neigte meinen Kopf leicht zur Seite, verschränkte die Arme vor der Brust. "Er w-will Euch morgen sehen. B-bei Tagesanbruch vor dem Haupttor, u-um einen Deal anzubieten...Stimmt Ihr dem T-treffen zu?" Skeptisch zog ich die Augenbrauen zusammen, ein Deal? Was könnte mir der König schon anbieten, wenn ich seine ganze Stadt niedermachen könnte?
Nach einigen Momenten des Überlegens, bedeutete ich den Kriegern mit einer einfachen Handbewegung, dass sie den Christen gehen lassen sollten, was für mich als Zustimmung des Treffens galt, denn andernfalls hätte ich den Mann ohne zu zögern getötet.
"Du willst den König anhören? Gute Entscheidung, Bruder." Aegir klopfte mir auf die Schulter, als ich an ihm vorbeiging, jedoch drehte ich mich sofort zu ihm um, sah direkt in seine Augen. "Glaubst du ernsthaft, dass ich den Deal annehmen werde? Natürlich nicht, ich werde Wales trotzdem angreifen und mir das nehmen, was ich will!"
Ein Deal mit den Christen, etwas amüsanteres konnte ich mir nicht vorstellen.
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Roseo
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BeitragThema: Re: between two worlds   Mi Feb 21, 2018 11:09 pm

| Isabella |
Vielleicht war es schon dunkel, die dicken weinroten Vorhänge verriten es mir nicht. Ich mochte sie, etwas an ihnen gab mir den Eindruck in meiner kleinen Welt vollkommen abgeschottet zu sein. Die dicken Mauern hielten alles Äußere ab, mit einem unterdrückten Seufzen öffnete ich meine gefalteten Hände, denn die Dinge die im Inneren des Hofes schlummerten und sich regten, kamen doch zu mir durch.
Es war Matilda der mich zum Abendmahl holte, glänzende Haut und die Hände vor sich gefaltet, der kleine Engel. Wir gingen den Gang entlang, an der Tür vorbei, von der wir Helen nie abholen mussten, weil sie immer diejenige gewesen war, die auf die Kirchenuhr hörte, deren knielangen Haare immer kunstvoll von den Mägten zusammengeflochten worden waren.
In den letzten Briefen, hatte sie gemeint, das Polen zwar wunderschön sei, sie die englische Küste allerdings vermisste. Bei dem Gedanken musste ich leicht lächeln, wie ich mir vorstellte, dass wir das Meer vielleicht einmal im Meer gesehen hatten. Wir hatten es draußen nie sehr gemocht, es war nicht die Landschaft, die auf den Bildern eindrucksvoller wirkte, sondern die Menschen, die mir alle nicht wie die selbe Gattung vorkamen.
Bei dem Gedanken dass unser Geschlecht vielleicht wirklich besser geschaffen wurde, betrachte ich Matilda, und fühlte mich schuldig. Eitelkeit war böse.
Es war der einzige Zeitpunkt, an dem ich meine Mutter und meinen Vater in selben Raum sah, ausgenommen von der Kapelle, in der wir nachher noch zusammen beten würden. Wir redeten, wenn wir gefragt wurden und hörten zu, von dem Vortschrit den mein Vater gemacht hatte mit den Wilden. Matilda sah mich über ihr Glas hinweg verschwörerisch an, und ich hob nur bestimmt meinen Kopf an. Sie sollte sich eher um ihre orangenen Locken, als um Gerüchte kümmern.
Anders schwärmte meine Mutter von dem Wildbraten, dem Wetter und dem neuen Kleid, das fertig geworden war.
Als Augustus den Raum betrat, verschwitzt und unordentlich, verzog ich mein Gesicht zur Begrüßung. Viele sagten, wir würden uns unglaublich ähnlich sehen, allerdings hoffte ich genau dies nicht, auf dem Gesicht meines Bruders spielte immer der Ausdruck, als hätte er etwas verloren. Unntigerweise erzählte er von dem Erfolg und Misserfolg, sprach dann gedämpft über den Tisch, genau so, dass ich nichts erahnen konnte, und die beiden verabschiedeten sich.
In der Kapelle teilte ich meine Anwesenheit schließlich nur mit meiner Mutter und Matilda.

Am nächsten Morgen erwachte ich mit dem schweren Buch auf meiner Brust von einem leisen Klopfen, ich war wohl beim Lesen eingeschlafen. Hinter der schweren Holztür erschienen gleich vier der Zofen meiner Mutter in deren Begleitung.
Ich fragte nicht, als sie meine Haare puderten und zu einem aufgeplusterten Vogelnest herrichteten, mein Gesicht noch blassen schminkten, fragte mich dann aber bei dem Kleid, unter dem ich ein Korsett ertragen musste, welchen wichtigen Besuch er heute erwarten würde. Vergebens wartete ich auf die Erklärung, wärend mir eine weitere Schicht übergezogen wurde, der hellblaue Saum war weich und der Rock schien unenetlich viele Schichten zu haben. Mit einem Blick in den Spiegel fühlte ich mich plötzlich viel älter und schöner als zuvor.
Mein Gebet führte ich trotz des engen Gestells, dass mich in die richtige Form drückte, fragte um nichts besonderes an.
Überrascht blinzelte ich, weil der Morgen noch nicht einmal richtig begonnen hatte, als ich an der Seite meiner Mutter in den Hof schritt. Im Dunklen versuchte ich Helens Anmut zu imitieren, das Schmuckstück zu sein, dass sich mein Vater erwartete.
Als die Sonne aufging, schien alles bereit zu sein für wen auch immer, es machte mich nur nervös, dass Matilda nicht an ihrem Platz neben mir ungeduldig von einer Seite auf die andere rutschte. Die Frage an meine Mutter, welchen Besuch wir erwarteten, lies sie offen, und ich fragte nicht nach.

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BeitragThema: Re: between two worlds   Do Feb 22, 2018 2:57 pm

Ivar
Es war das Krächzen eines Rabens, was mich ganz früh wach werden ließ. Für mich bedeutete die Anwesenheit dieses Tieres nur eins, Odin, der Göttervater unterstützte mich, was mein Vorhaben noch mehr bestärkte. Noch etwas müde, aber dafür mit einem klaren Kopf, schob ich das wärmende Tierfell beiseite, erhob mich und zog mir Kleidung an. Keine Kampfausrüstung, das wäre zu auffällig. Mit einem Umhang, einer Axt und zwei Messern am Gürtel befestigt, trat ich wenig später vor das Zelt, wo der Nebel noch dicht in der Luft hing.
Im Lager war es still, nur am Feuer saßen vier meiner Männer...und mein Bruder, welcher gedankenverloren in die lodernden Flammen schaute. Ohne zu zögern setzte ich mich neben ihn, legte eine Hand auf seine Schulter. “Ich hätte nicht gedacht, dass du mit mir kommst, wenn du doch so gegen meinen Plan bist”, meinte ich leise, der provozierende Unterton nicht zu überhören. “Irgendjemand muss dich doch davon abhalten, die Axt sofort auf den König zu werfen, sobald dir etwas nicht passt.” Aegir wandte seinen Blick vom Feuer ab, sah mir gleichgültig in die Augen, während sich aufgrund seiner Aussage erneute Wut in meinem Körper anstaute und ich die Hand von seiner Schulter nahm. Nach einem verärgerten Knurren, zwang ich mich zu einem kleinen Lächeln und nickte schwach, bevor ich von dem Baumstamm aufstand, meine Schultern straffte. “Wir brechen auf!” Der Befehl bewirkte, dass  sich die vier Männer erhoben, ihre Schilde nahmen und mir zu den beiden bereits gesattelten Pferden folgten, welche an einen Baum angebunden standen.
Ohne erst auf meinen Bruder zu warten, stieg ich auf den Rücken des dunkelbraunen Tieres, trieb es voran durch den Wald. Erst nach einer Weile holte Aegir mit seinem Pferd auf, sodass wir gleichauf waren, doch mein Blick inspizierte bereits die Mauern, welche sich vor uns zu erstrecken begannen. Der Nebel lichtete sich an diesem Ort ein wenig, somit wurde die Sicht klarer und nur kurze Zeit später erkannte ich eine Gruppe von Menschen, welche im Schatten des Haupttores standen. Ich spürte den durchdringenden Blick meines Bruders auf mir, beachtete ihn aber nicht, er konnte mich nicht aufhalten und selbst wenn ich den König sogleich töten würde, dies wäre immer noch die meinige Entscheidung.
Mit etwas Entfernung zum Tor, hielt ich das Pferd schließlich an, woraufhin auch die Männer links und rechts stehen blieben, die Waffen auf die Christen gerichtet, da sie dasselbe mit ihren taten.
“Ich hoffe, dass wir uns einigen und das alles hier friedlich lösen können!” Der König saß erhobenen Hauptes auf seinem Pferd, als wäre er unbezwingbar und allein schon diese Auffälligkeit machte es mir schwer, meine Fassung zu bewahren.
“Was hast du anzubieten?”, fragte ich, wobei der Mann irritiert drein blickte, nur weil ich keine Höflichkeitsform bei ihm anwandte. Ich hasste die Christen, deswegen hatten sie derartiges auch überhaupt nicht verdient. Am liebsten würde ich jetzt jedem einzelnen von ihnen die Kehle aufschneiden, aber das würde meinen Plan durcheinander bringen, weshalb ich damit wohl oder übel noch warten musste.
“Ich gebe euch etwas, was mir wichtiger ist als all das Gold und Silber.” Die Blicke von Aegir und mir trafen sich, wir beide fragten uns, was er damit meinen könnte. “Und das wäre?”, sprach ich nun den Gedanken laut aus.
“Meine zweitälteste Tochter, Isabella.” Die Worte kamen aus seinem Mund als wäre dieses Angebot selbstverständlich für ihn, obwohl er über seine angeblich so wertvolle Tochter sprach. Meine Mundwinkel zuckten, unschlüssig darüber, ob ich lachen sollte oder nicht, aber es wurde letzteres.
“Zeig sie mir!” Mit dem Gefühl des Misstrauens, aber gleichzeitig auch Neugier, ignorierte ich die warnenden Worte meines Bruders, welche er mir soeben zuflüsterte. “Ich zeige sie euch, sobald ihr mir euer Wort gebt, dass ihr mein Reich in Ruhe lasst.” “In Ordnung.” Die Antwort meinerseits kam schnell, eher unerwartet, wie man in den Gesichtern der Christen erkennen konnte.
“Ivar!” “Sei still Bruder, ich weiß was ich mache”, zischte ich zurück, übte Druck auf das Pferd aus, damit es vorwärts lief.

Wir befanden uns in einem Hof, die Hufe der Pferde klapperten auf dem Pflasterstein, mein Blick erkundete alles um mich herum, jedes Detail brannte sich in mein Gedächtnis wie ein heißes Eisen in Fleisch.
Erst als der König sein Pferd anhielt und abstieg, tat ich es ihm gleich, einer der Männer hielt es an den Zügeln fest.
Vor mir standen nun unter anderen zwei Frauen oder besser gesagt eine Frau und ein Mädchen. Mehr oder weniger interessiert musterte ich die Prinzessin, mit einer Hand stets an der Axt an meinem Gürtel, falls jeden Moment ein Angriff stattfinden würde. Das Mädchen war hübsch mit den rötlichen Haaren, den zierlichen Gesichtszügen und den grau-grünen Augen, aber dennoch war sie eine Christin.
“Das ist meine Tochter Isabella, sie wird von jetzt an euch gehören”, sagte der König mit ernster Stimme, woraufhin sich ein schiefes Lächeln auf meine Lippen legte, der Blick weiterhin auf das Mädchen gerichtet.


Zuletzt von EndlessDream am Do Feb 22, 2018 8:47 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: between two worlds   Do Feb 22, 2018 6:55 pm

| Isabella |
Mein Blick war auf die Kirchturmspitze gerichtet, unruhig drückte ich das hölzerne Kreuz mit der einen Hand auf den Rücken der anderen un betete stumm darum, dass es sich um irgendjemanden Adeligen handelte, jemanden, mit viel Geld, den mein Vater beeindrucken wollte. Warum er nicht meine Schwester holte, war das einzige, was deren Aussage immer wieder in meinen Kopf zurückholte. Mir war es nicht aufgefallen, aber ich hatte gebetet, meine Lippen leicht bewegt, ohne einen Ton von mir zu geben.
Das Zischen meiner Mutter machte mich auf den Besuch aufmerksam, und ich verlor für den Bruchteil einer Sekunde meine gesammte Körperhaltung. Zuerst waren es nur die schönen Pferde meines Vaters, mit ihm und zwei Wachen die ich alleine an der Haltung erkannte, die dritte mein Bruder. Er war Prinz, und ein unbekanntes Gesicht. Helene hatte jeder gekannt, ihre strahlenden Augen und das Gesicht eines Engels, eine Märchenprinzessin, geborene Königin.
Und ihre Begleitung lies mich meine Lippen kurz zu einem Strich zusammenpressen, und das Kreuz drückte ich in meine Hand, dass sie einen roten Abdruck hatte, als ich meine Arme an meiner Seite herunterhängen lies, weil ich plötzlich keine Ahnung mehr hatte, was ich mit ihnen anstellen sollte.
Alleine die Pferde waren grotesk, sie wirkten zu breit, zu schwerfällig, mehr wie Kühe und sie machten mir Angst.
Es waren die Wilden.
Wieder versuchte ich es, das königliche anzunehmen, den Rücken durchzustrecken, aufrecht, mit gehobenem Kopf und gewinnenden Lächeln, sanft wie eine Prinzessin und sicher wie eine Königin. Das Produkt war ein schiefes, unsicheres Lächeln mit leicht offenem Mund, ich atmete schnell, und eine Misschung aus Ekel und Angst in den Augen. In meinem Kleid kam ich mir plötzlich vor wie eine Opfergabe und ich spührte meine Kette nicht.
Der näheste Wilde, er schien der Anführer zu sein, stieg nach meinem Vater ab und folgte ihm, und ich versuchte meine Haltung, mein gesammtes Bild von mir selbst, mich selbst, hinzubekommen. Hilfesuchend warf ich Augustus einen flehenden Blick zu, der meinem Blick auswich und bestürtzt wirkte.
Ich versuchte nicht auf den Mann zu achten, der neben meinem Vater auf meine Mutter und mich zuschritt, es schien, als würde jeder Schritt schreien 'Ich brate Kinder und esse sie als Nachspeiße' gefolgt von 'Wir ertränken die schwachen' und die Selbstsicherheit in seinen kühlen meerblauen Augen und sein breiten Schultern sprachen dafür, dass er beides selbst veranlaste.

Als mein vater sprach, änderte sich etwas in mir, und die gesammte Unsicherheit machte Wut, gemischt mit Angst platz. Meine Fingerknöchel traten weiß hervor, und ich befürchtete, dass ich meine zusammengekrampften Fäuste niewieder öffnen könnte, ich biss mir auf die UNterlippe um ihm nichts ins Gesicht zu spucken. In meinem Kopf ratterten die Gebote auf und ab, ich solle Vater und Mutter eheren. Ich solle Vater und Mutter ehren. Ich solle Vater und Mutter ehren.
Tief ein und ausatmend versuchte ich den Blick des Barbaren zurückzuwerfen, musste aber immer gleich wieder wegsehen, ich stellte mir vor, er würde denken, ich wäre schüchtern, was die Wutflamme noch mehr nährte, und zu allem Überfluss wurden meine Wangen rot. Zumindest war das zaghafte Lächeln von meinem Gesicht gefallen, und hatte einer Ausdrucksleeren Maske Platz gemacht.
Mein Vater sah seinen Sieg vor Augen, und fragte den dunkelbraunhaarigen, dass er sie, seine Opfergabe, den Preis für das dumme Land voller Bauerntölpel und Halbarmer, sogleich mit ihm schicken würde, und bereits eine Kutsche zur Verfügung gestellt hatte, oder ein Pferd, ganz nach seinem Ermessen. Seine Majestät wartete noch auf eine Antwort, und wärend ich mein Leben im eisigen Wasser enden sah, mit gehobenem Kinn und leicht offenem Mund, trat Augustus neben meinem mit dem Wilden redenden Vater einen winzigen Schritt vor, und ich wusste nicht was es war, aber ich stürtzte vor und umarmte ihn, vergrub meinen Kopf an seinem Kopf, zerstörte meine Frisur. In dem Moment konnte ich mich nicht einmal zurückerinnern, wann ich Augustus, der mir von nahem betrachtet doch ähnlich sah, das letzte Mal umarmt hatte, aber es war wohl noch zu der Zeit, als ich mit Puppen gespielt hatte, und trotzdem fühlte es sich in dem Moment an, als wäre ich ein kleines Gesicht und er würde mir versichern, dass unter dem Bett keine Monster wären.

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BeitragThema: Re: between two worlds   Do Feb 22, 2018 10:28 pm

Ivar
Mir entging nicht, dass die Prinzessin nervös war und wahrscheinlich dachte sie sehr viel negatives über uns Vikinger, was mich aber nicht weiter kümmerte. Meinetwegen sollte sie Angst haben, unser Volk verabscheuen, doch letzteres würde nur auf Gegenseitigkeit beruhen.
Ich sah sie weiterhin an, amüsiert darüber, dass sie versuchte, ihre Emotionen zu verstecken, aber dass würde sie jetzt auch nicht aus dieser Situation retten.
Erst als der König mich wieder ansprach, richtete ich meine Aufmerksamkeit auf ihn, sah im Augenwinkel wie das Mädchen einem jungen Mann, welcher uns gestern von der Verhandlung berichtet hatte, in die Arme fiel.
Eigentlich war für mich schon immer klar gewesen, dass ich niemals mit einem Christen verhandeln, sondern nur Spaß daran haben würde, in deren mit Todesangst verzerrten Gesichter zu blicken, doch heute musste ich eine Ausnahme machen, das erste und letzte Mal in meinem Leben bis ich nach Valhalla gehen durfte, um mit den Göttern zu speisen.
“In Ordnung, ich werde deine Tochter mitnehmen und Wales in Ruhe lassen”, meinte ich schließlich leicht abschätzig mit angespannten Körper, da mich die Anwesenheit von den Engländern alles andere als wohlfühlen ließ.
“Nun gut, ich bin froh, dass wir eine Abmachung haben...Wie war noch der Name?” “Ivar Eriksson.” “Ivar Eriksson…” Der Name aus dem Mund eines Königs, eines Christenkönigs. Nur der Blick von Aegir in meinem Rücken hielt mich davon ab, die Axt zu zücken und wendete mich stattdessen wieder der Prinzessin zu, welche immer noch in den Armen des jungen Mannes hing. “Na kommt schon eure Hoheit, wir können nicht ewig warten.” Genervt von dem meiner Meinung nach übertriebenem Verhalten des Christenmädchens verdrehte ich die Augen, ging zurück zu meinem Pferd und stieg in den Sattel. Ich bereute es jetzt schon, dem Deal zugestimmt zu haben, hätte stattdessen sofort die Stadt angreifen sollen, aber nun musste ich mir eine Verwendung für die Prinzessin ausdenken, deren Vater es offensichtlich egal war, ob sie starb oder nicht.
Ungeduldig legte ich die Hände auf den Mähnenkamm des Reittieres bis das Mädchen endlich in den Sattel eines von ihrem Vater bereitgestellten Pferdes stieg, woraufhin ich einem der Krieger mit einem Handzeichen befahl, dass er dessen Zügel nehmen sollte, für den Falle, dass unsere Errungenschaft fliehen wollte.
Der Weg zurück zum Lager verlief ruhig, niemand sagte ein Wort und doch sagte diese Stille mehr als es Worte je könnten. Ich wusste, dass jeder der Männer die Prinzessin unwahrscheinlich gerne für sich beanspruchen würde und tatsächlich wurden wir schon im Lager von allen neugierig erwartet.
“Bringt sie in mein Zelt.” Ohne die anderen weiter zu beachten, nicht mal meinen Bruder sah ich an, brachte ich das Pferd zum Stehen, stieg ab und übergab es einem der Krieger, der es versorgen sollte.
Dem Mädchen wurden zunächst die Hände zusammengebunden, bevor es zum Zelt gebracht wurde.
“Was hast du mit ihr vor?” Aegirs ernster und irgendwie auch leicht besorgter Blick, brachte mich zum Grinsen, ein provokantes Grinsen versteht sich.
“Das muss ich mir noch überlegen, geschätzter Bruder.”
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BeitragThema: Re: between two worlds   Fr Feb 23, 2018 3:41 pm

| Isabella |
"Wir werden dich zurückhohlen"
Es waren die Worte, die mir blieben, die ich immer wieder höhrte, die sich einbrannten, als ich in das Zelt geschupst wurde, ohne mein gleichgewicht selbstsändig halten zu können, wegen den lächerlich zusammengebundenen Händen.
Augustus hatte sie so leise geflüstert, das niemand auch nur ahnte, dass wir geredeten hatten, er hatte mir versichert, dass die Armeen seines Vaters stärker waren, als sie schienen, dass sie nur zeit schinden mussten, dass es das erste war, was er als neuer König veranlassen würde. Und ich hatte nicht wiedersprochen.
Der Wilde war vollkommen überzeugt von sich selbst, als hätte er sich von einem Pfeil aus einem der Türme wehren können, oder von Feuer, von etwas in der Art, war so voll von sich selbst, dass niemand ihm wiedersprach.
Ihr Bruder hatte dafür gesorgt, dass sie zumindest etwas mitbekommen würde, Gabriel, den großen schwarzen Wallach mit der hellen Mähne, und nicht einmal dass trauten sie ihr zu, der Saum ihres Kleides blieb in den Ästen hängen, und Teile des Überrocks rissen ab. Irgendwann war ich zu dem Schluss gekommen, dass ihnen die Gabe zu reden fehlte, ich vermutete, dass es Gottes Gecshenk war, und alleine die Anwesenheit des Königshof hatte ihnen kurz den Gefallen gewährt, sich zu artikulieren.
Der Anführer blieb in einer kleinen Senke stehen, ich vermutete, es handle sich um eine kleine Lagerstätte, etwas, das Jäger nahmen, um für eine Nacht zu bleiben, aber es stellte sich mehr als ihr Zuhause, ihr Haus, ihre Unterkunft heraus.
Im Zelt rang ich damit stehen zu bleiben, in meinem Kopf die selben Bilder, die Worte meines Vaters, das Versprechen meines Bruders, die Blicke der Barbaren, die Schnüre um meine Handgelenke.
Innerlich spielten sich zwei unterschiedliche, in Panik geratene Gedanken um die Vorherrschaft. Ich solle dem Willen meines Vaters folgen, alles auf mich zukommen lassen. Es war so gewollt, es war meine Bestimmung, Gott hatte mich hergeführt, es war einfach mein Weg, und ich musste nur daran glauben, dafür beten, dass Gott den richtigen Weg gewählt hatte. Und dann war da noch nackte Angst und Wut in mir, ich als Opfergabe bei gottlosen Kinderfressern!
Diese Seite versuchte von den Handfesseln loszukommen, ich versuchte meine Hände voneinander loszureißen, zerrte, versuchte es zu verrutschen, hielt nach Dingen ausschau, die schwarf genug waren, dass ich, was es auch immer war das mich fesselte loswerden konnte, aber alles wirkte nur kaputt und verdreckt.
Schweratmend riss ich erneut mit aller Kraft daran, igonrierte die gereizte Haut, bemerkte das dickflüssige Blut nicht, es schien es nur einfacher zu machen, als der Heide mit den gefühlskalten blauen Augen das Zelt betrat.

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BeitragThema: Re: between two worlds   Fr Feb 23, 2018 6:53 pm

Ivar
Natürlich misstraute mir Aegir, er würde wohl am liebsten mitkommen, aber dies ließ ich nicht zu, es war meine Angelegenheit.
Die gierigen Blicke meiner Begleiter, nach einer beiläufigen Ansprache meinerseits, ignorierend begab ich mich zu meinem für kurze Zeit aufgebautes Zelt und lief dort geradewegs hinüber zu dem improvisierten Bett, wo ich die Axt und Messer ablegte. Allein schon das Wissen, dass eine Christenprinzessin mit mir in einem Raum war, ließen die dunkelsten Gedanken in mir aufkommen, ein ebenso dunkles Lächeln umspielte meine Lippen, während ich mich langsam mit verschränkten Armen und eisernem Blick dem Mädchen zuwandte, welches mittlerweile an dem Pfosten, der das Zelt stützte, lehnend auf dem Boden saß.
"Weißt du, es ist ungewöhnlich, dass sich ein christliches Mädchen lebendig unter uns befindet", begann ich, legte den Kopf etwas schief. Ich konnte nicht leugnen, dass es mir gefiel, sie so eingeschüchtert zu sehen, ahnungslos, was ich mit ihr tun würde und doch behielt ich mich unter Kontrolle trotz des Hasses ihrem lächerlichen Volk gegenüber. Es war meine Erziehung gewesen, welche die Christen zu einem meiner größten Feinde machte und das Verlangen danach, sie allesamt untergehen zu sehen wirkte auf mich verführerisch.
Mit dem Blick ununterbrochen auf die Prinzessin gerichtet griff ich nun nach einem der Messer, lief damit zu ihr rüber, stets mit demselben dunklen, kühlen Ausdruck im Gesicht, nur als ich neben ihr in die Hocke ging wurde dieser Ausdruck ein wenig sanfter. Dem Mädchen war die Angst ins Gesicht geschrieben, hätte sie die Chance, würde sie sehr wahrscheinlich weglaufen, um ihr Leben rennen.
Um ihrem Hals hing eine Kette mit einem Kreuz, das Wahrzeichen ihrer Sippe und dem Rest der Christen. Verachtend hob ich es mit der Spitze des Messers an, welches dabei leicht über die zarte Haut striff. "Was ist dein Gott für eine Kreatur, wenn er dir nicht einmal in so einer Situation hilft, hm?", fragte ich gefährlich leise, drückte die Klinge des Messers etwas fester auf ihre Haut, sodass ein wenig Blut sichtbar wurde als ich es zurückzog.
Mein Blick wanderte nun zu den verbundenen Händen, welche schon zum Teil von Blut überdeckt wurden, was auf einen vorherigen Fluchtversuch hindeutete. Leise und genervt seufzend beugte ich mich vor, zerschnitt die Fessel, sah danach der Prinzessin in die Augen. "Du kannst gehen..." Ich deutete auf den Ausgang des Zeltes "..., aber ich habe meinen Männern gesagt, dass sie dich haben können, wenn du versuchst zu fliehen und den Blicken nach zu urteilen würde sich jeder von ihnen darüber freuen. Also überlege es dir gut, entweder du gehst und endest in den Armen der anderen Krieger oder du bleibst hier, gibst ein paar Informationen und dienst mir." Abwartend und gespannt darauf wie sie sich entscheiden würde erhob ich mich, sah auf die Prinzessin herab.
Ich ließ ihr die Wahl, hatte nicht vor, sie bei ihrer Flucht aufzuhalten, dies übernahmen dann ganz sicher die Männer draußen im Lager.
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BeitragThema: Re: between two worlds   Sa Feb 24, 2018 12:09 am

| Isabella |
Ich folgte jedem seiner Schritt, hin zu den Waffen, die ich in meiner Panik übersehen hatte, und selbst wenn, ich hätte mir die Pulsadern aufgeschnitten, bei dem Versuch mich zu befreien. Und der gedanke bereitete mir plötzlich Freude und Erbarmen, als ich sah wie er ein Messer mit gezierter Klinge aufhob und selbstverständlich in der Hand wog.
Ich versuchte nicht zurück zu weichen, aber es erschien mir eher wie ein Refelex, etwas, dass ich nicht unterdrücken konnte, als er sich zu mir herunterbeugte. In dem kleinen Zoologischengarten meines Vaters hatte er einen alten Löwen, dem sie die jungen Ziegen fütterten, etwas an dem Blick des Wilden erinnerte mich daran, selbst als er so nah war, dass ich den Wald, Schweiß und Kampf roch, von letzterem hatte ich garnicht gewusst, dass es einen Geruch besaß, ich hätte gerne darauf verzichtet, als ich das Messer an meinem Schlüsselbein unter dem dünnen Band meiner Kette spührte. Leicht hob ich mein Kinn an und sah im in die Augen, versuchte noch immer wenigstens ein bisschen etwas meiner Angst zu ersetzen mit irgendetwas, aber ich fand nichts in mir.
Ich zog kurz an den Fesseln, spührte wie sie auf wunder Haut scheuerten, hatte den Mund leicht offen, bewegte ihn kaum sehbar zu einem stummen Stoßgebet. Vor dem Wilden flehte ich nicht um Hilfe, aber zu meinem Gott. Und es gab mir einen Funken Hoffnung, ich verengte meine Augen, biss die Zähne aufeinander und erwiederte den Blick mit Furcht, aber doch.
"Du sprichst von Dingen, über die du keine Ahnung hast, als wären es deine eignen" waren die ersten leisen, selbstbewussten, bebenden Worte die ich redete, als das kühle Metall stach, und meine Augen zu dem kleinen Kratzer fielen, der sich für mich wie ein Wolfsbiss anfühlte, und sie kamen mir wie eine Verschwendung vor.
Als er sich vorbeugte, wich ich seinem Blick wieder aus, wischte mir die Hände an dem Saum meines Kleides ab und lehnte mich ein ganz kleines wenig zurück, um ihm auszuweichen.
Die ganze Zeit als er redete, sagte ich nichts, gielt mein Handgelenke jeweils mit der anderen Hand fest, und drückte das Kreuz unaufällig auf mein Brustbein, den Mund leicht offen.
Als er sich erhob, zog ich mich ebenfalls hoch, und kam mir unglaublich fehl am Platz vor neben den Ungläubigen, in meinem weiten Kleid, dem Korsett das mir die letzte Luft abschnürte, den verflochtenen Haaren, die mir über die Schultern hingen, und dem Blut am Kleid. Angewiedert blickte ich kurz darauf, sie hatten schon auf mich abgefärbt.
Wieder wirkte er wie ein wildes Tier, eine Katze, die seine Maus betrachtete, die zwei Wahlen hatte, entweder, sie würde laufen, nur damit sie von dem kleinen Raubtier wieder in die Luft geworfen wurde, oder sie ergab sich, und wurde gleich gefressen.
Es war ein Hintergedanke, den ich zulies und ich antwortete, die Hände vor mir ineinader zu Boden gerichtet "Du gibst mir die selbe Möglichkeit in zwei verschiedenen Sätzen verpackt zur Auswahl" aber mein Vater hätte es so gewollt "Der nettere Satz scheint eine bessere Antwort zu sein, und die, die du erwartest" Meine Stimme klang nicht so sicher, wie ich es gewollt hätte, sie bebte und meine Knöchel schienen plötzlich unstabil, als hätte ich sie noch nie benützt, war in dem Zelt plötzlich keine Luft mehr?
"Warum fragst du, wenn du im Vornhinein meine Antwort kennen wirst?" Mein Lächeln zu dem großen, breiten Wilden war nun für einen Augenblick echt. Angewiedert und Herausfordernd. Bevor es wieder von meiner Angst vertrieben wurde "Meine Wahl zwischen zwei Arten zu sterben, aber ich muss danken, soviel Menschlichkeit hatte man euch garnicht gewagt zuzudichten, seinen Tot selbst zu wählen" ich wollte so sein wie Helen, ehrerbietend und elegant, wenn sie mit Sicherheit sprach. Oder wie Matilda, schmeichelnd und unschuldig mit hinterhältigen Gedanken. Zumindest wie Augusts, auf eine ebenbürtige Art mit jedem, freundlich, eindringend und beständig.
Als ich den Wilden mit allem außer diesen Eigenschaften ansah, fragte ich mich, ob Gott ihnen Familien schenkte, oder ob sie sich einfach umbrachten.

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BeitragThema: Re: between two worlds   Sa Feb 24, 2018 12:04 pm

Ivar
Ihre Antwort überraschte mich ehrlich gesagt nicht wirklich, denn meine Männer hätten keine Gnade mit ihr gehabt, hätten sie solange benutzt bis von ihr nicht mehr viel übrig geblieben wäre.
Auf dem einst so düsteren Gesichtsausdruck formten sich meine Lippen nun zu einem großspurigen Grinsen, zufrieden darüber, dass sich die Vermutung bestätigte und die Prinzessin bei mir bleiben würde. „Das ist eine sehr kluge Entscheidung, Christenmädchen“, kam es herablassend von mir, das Messer immer noch von der rechten Hand umgreifend. So wie sie da stand, unsicher, ängstlich, es zeigte mir nur wieder mal wie schwach die Christen waren, allesamt. Sie klammerten sich an ihren Gott, bettelten in schweren Zeiten um Hilfe, die sie nicht bekamen und trotzdem taten sie es immer wieder. Es amüsierte mich, als ich daran dachte, wie wir den Bischof in Northumbria vor seinem Altar zugerichtet hatten, bevor er gestorben war. Wenn es nach meinem Bruder ginge,wären wir danach nach Hause gesegelt, doch ich wollte mehr und nun stand diese englische Prinzessin vor mir, innerlich mit sich selbst kämpfend und ängstlich wie ein Lamm, dass nicht vom Wolf gefressen werden wollte.
Bevor ich noch etwas sagen konnte, übernahm sie wieder das Wort, aber das was aus ihrem Mund kam, machte mich wütend, mein Körper spannte sich erneut an, musste sich anstrengen und aufs Neue dem Drang widerstehen, ihr nicht augenblicklich die Kehle aufzuschlitzen, was ihr wahrscheinlich gerade am liebsten wäre. Doch diesen Gefallen würde ich der Christin nicht tun, ging stattdessen zu ihr und legte meine linke Hand um eines ihrer wunden Handgelenke, drückte fest zu. Sie war vorlaut, sprach unbedacht wie es sich für eine anständige Gläubige nicht gerade gehörte und vor allem mich provozierte, den Zorn in mir auflodern ließ.
„Sei vorsichtig mit deinen Worten, du hast keine Vorstellung davon, was ich alles mit dir machen könnte und bei all den Göttern, ich würde großen Gefallen daran haben.“ Die Worte entstanden zischend nah an ihrem Ohr, während ich mit der Klinge des scharfen Messers über die dünne Haut fuhr, welche nur wenig schützend die Halsschlagader bedeckte.
„Ich werde schnell wütend, vor allem bei Personen wie dir, die ich eigentlich viel lieber töte als lebendig in meiner Nähe zu lassen.“ Um sie ansehen zu können, zog ich mich ein klein wenig zurück, die Augen vor Ärger verengt.
Sie hatte wohl wirklich keine große Ahnung davon, wer gerade vor ihr stand, doch das würde sie schon noch früh genug herausfinden.
Bevor ich mich nun vollständig von ihr entfernte, übte ich mit dem Messer Druck auf ihrem von dem Ärmel des Kleides bedeckten Oberarm aus, der Stoff zerriss mit Leichtigkeit, genauso wie die Haut, die darunterlag und jetzt von einem etwas tieferen Schnitt verziert wurde, aus dem sofort Blut hervorquoll. Fasziniert von der dunkelroten Farbe, starrte ich für ein paar Sekunden darauf, ehe ich den Griff um das Handgelenk lockerte, mich umdrehte und das Blut, welches an der Klinge klebte, an einem der Tierfelle abwischte, als wäre nichts geschehen.
„Ivar!“ Die laute Stimme meines Bruders vor dem Zelt ließ mich gereizt die Augen verdrehen, er störte mal wieder in dem unpassendsten Moment. Bedacht darauf, dass sich die Prinzessin immer noch selbst etwas antun wollen würde, befestigte ich die Waffen wieder am Gürtel, lief dann aber anschließend zu einem Krug, in dem sich Ale befand, befüllte damit einen Becher und ging damit zu dem Mädchen. „Hier, du hast bestimmt Durst“, sagte ich fast schon emotionslos, doch als sie den Becher nicht entgegennahm, wurde ich immer ungeduldiger, stellte ihn vor den Pfosten vor dem sie bis vor Kurzem noch gesessen hatte und verließ danach mit festen Schritten das Zelt.
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BeitragThema: Re: between two worlds   Sa Feb 24, 2018 1:24 pm

| Isabella |
Das ich einen Fehler gemacht hatte, wusste ich bereits, als die tükischen Worte meinen Mund verlassen
hatten, und wieder blitzten Augustus Worte in mir auf. 'Bleib lebendig, versuche es solange du kannst'
als er zurücktrat, tat ich es augenblicklich gleich, eien Angweohnheit als ich noch an dem Platz war, an den ich gehörte, ein paar Stunden zuvor noch gewesen war, aber ich stieß gegen die Wand des Unterschlupfs, in den Wölfe tatsächlich besser gepasst hätten, als Menschen. Oder was auch immer sie waren.
Mit verengten Augen und einem Gesicht aus Eis wurde ich gemustert, als betrachtete man ein Kleidungsstück, und überlege sich dessen Verwendung, ob es nun zu den Schuhen passe oder nicht, und ich konnte dem Blick wieder nicht standhalten, versuchte ihn ebenfalls als etwas zu sehen, dass ich einschützen und einordnen könnte, aber alles was mir auffiel waren Augen wie das tosende Meer, das ganze Schiffe verschluckte und die große Hand, die mein Handgelenk drückte, als wollte er mir nur zeigen, zu was er im Stande war.
Antworten lagen mir auf der Zunge, und ich schluckte sie alle hinunter, versuchte meine Haltung zu bewahren. Als ich aufschrie wegen dem beißenden kühlen Schmerz, diesmal an meinem Oberarm, Stoff reisen hörte, das dunkle Blut den weißen dünnen Stoff verzierte, sah ich ihm entschlossen in die Augen und begriff plötzlich.
"Vergieb ihnen ihre Sünden Herr, denn sie wissen nicht was sie tun" ohne einen einzigen Laut von mir zu geben, ohne wirklich etwas zu sagen betete ich für ihn und mich gleichzeitig.
Als er loslies, blieb ich stehen, ängstlich und eingeschüchtert, im Augenblick, in dem er mir seinen Rücken zuwand hatte ich eine Hand an meinem Oberarm und die andere am Handgelenk. Er wurde gerufen, und ich wunderte mich, zu wem die Stimme gehören würde, auf wen hörte ein Wolf, was bedeutete ihm etwas? Hinsetzen schien abweisend, und stehen unmöglich, von einem Bein aufs andere tretend wartete ich, beobachtete wie er die Waffen nahm, als würden sie mir etwas bringen.
Er hielt mir einen Becher mit der Flüssichkeit hin, die stank als würde man damit Böumen düngen, plötzlich stumm und als wären alle Emotionen von ihm gewischt, im Gegensatz zu meinen aufgerissenen Augen, hochgezogenen Brauen und bebenden Lippen, eingehüllt in ein Meer aus blauem Stoff, weißer Seide und blutigen Flecken.
Offensichtlich genervt stellte er den Becher einfach vor meinem vorigen Platz ab, und verließ das Zelt, als hätte er etwas sehr wichtiges zu tun.
Als ich seine dunklen Haare nichtmehr sah, lies ich mich zu Boden fallen, schwer atmend und mit verzerrtem Gesicht, fragte an, warum gerade ich leiden musste, dachte an Bibelverse und beruhigte mich selbst innerhalb von einer Minute, und stand wieder auf.
Ich wollte rennen, weg. Sicherlich würde ich es schaffen, wäre ich nicht eine Zielscheibe die nach Aufmerksamkeit rief, hätte ich mein grau-grünes Hofkleid, einen dicken Mantel und eine freie Brust.
Nach kurzem umsehen stellte ich fest, dass es wohl seine eigene Unterkunft war, es roch nach Leder und Fell, nach Erde und Schweis und einfach nur Mensch. Ein Stoffetzen, der für die Heiden wohl Kleidung sein konnte, vielleicht etwas für den Kopf, diente als Verband für meinen Arm, ich hatte soetwas nie gebracht, und eigentlich nur bei dem Fußvolk gesehen, und war mir nicht sicher wie fest ich es binden sollte. Eigentlich wollte ich nur aus meiner eigenen zweiten Haut, fliehen, es versuchen, aber ich konnte nicht, es wäre eine Anbietung, als würde sie sich selbst zur Schau stellen und alle einladen, sie zu benutzen. Mühsam entledigte ich mich zumindest von einem der Überröcke, blau mit kleinen weißen und hellen Blüten, verziert mit Wellen am Saum und einem weißen Band an Anfang und Ende, als hätte man passend für dieses Volk etwas geschneidert. Mit dem Band beschäfftigt, dass es mit dem oberen teil verband, stellte ich fest, dass es vermutlich so war, es wirkte nicht so, als wäre ich eine aufbereitete Opfergabe, ich war es schlicht und einfach.
Selbst als ich den Stoff vor mir liegen hatte, änderte es fast nichts an der Masse von Seide und Leinen um mich, den rechten Ärmel riss ich ebenfalls ab, zog ihn unter dem provisorischem Verband hervor und warf das blutige Stück auf das blaue Meer.
Das Bett wiederte mich an, und sich daraufzusetzen schien abstoßend, aber sich auf den Boden zu kauern war ebenfalls als wäre sie ein Köter, und so stellte ich mich zu einem Fleck, der am weitesten Weg vom Eingang war, und begann leise zu beten, als jemand des Zelt betrat, quetschte ich mein kleines Holzkreuz in mein Korsett, um es mit mir zu schützen, und es fühlte sich an, als würde ich mich selbst dahinter verbergen.

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BeitragThema: Re: between two worlds   Sa Feb 24, 2018 6:38 pm

Ivar
Draußen im Lager bot sich mir fast dasselbe Bild wie am Tag zuvor, meine Volksleute schärften ihre Waffen, putzten die Schilde, tranken Met oder Ale und unterhielten sich ausgelassen. Ich lief über den inzwischen wieder trockenen Boden hinüber zur Feuerstelle, wo Aegir wieder auf einem der Baumstämme saß und gerade auf einem Stück Fleisch kaute, den Teller in seiner rechten Hand.
„Was gibt es denn so wichtiges?“, fragte ich geradewegs mit eher gelangweiltem Unterton, woraufhin sich die anderen Männer um Feuer herum erhoben und weggingen, damit wir uns ungestört unterhalten konnten.
Bevor mir mein Bruder jedoch antwortete, hielt er mir einen Teller mit dem Fleisch eines Rehs hin, welches wohl heute Morgen während unserer Abwesenheit gejagt worden war. Es nervte mich zwar, dass er keine direkte Reaktion auf die Frage zeigte, doch da mein Magen schon eine ganze Weile nach Nahrung verlangte, nahm ich den Teller entgegen, setzte mich damit schräg gegenüber von Aegir ebenfalls an das wärmende Feuer.
„Lebt die Prinzessin noch?“ Ungläubig darüber, dass er meine Frage immer noch ignorierte und stattdessen eine wirklich unwichtige stellte, starrte ich ihn an, hob eine Augenbraue. Er provozierte mich damit, wusste ganz genau, dass sich das Bild, was sich manch einer über Ivar Eriksson bildete, bestätigen würde, wenn die Christin jetzt schon tot wäre. Doch ich bewies ihm das Gegenteil, setzte wieder das dezent arrogante Lächeln auf, den Kopf leicht zur Seite geneigt, um den Ausdruck zu verstärken. „Ja, das Christenmädchen lebt und ist noch unversehrt...Bis auf ein paar kleine Kratzer.“ Letzteres unterstrich ich mit einem beiläufigen Schulterzucken als wäre das Detail keine große Sache, was auch stimmte. Ich wäre auch noch zu ganz anderen Dingen imstande gewesen, mein Bruder könnte das bezeugen, deshalb nickte er jetzt anerkennend und ich begann zu essen.
“Und jetzt zu meiner Frage, über was wolltest du mit mir sprechen?” Fragend und erneut ungeduldig richtete ich den Blick nach einigen Sekunden der Stille auf Aegir, welcher seinen leeren Teller soeben neben sich stellte und sich mit dem Ärmel seines Leinenhemdes den Mund abwischte.
“Nun ja, ich bin immer noch der Meinung, dass wir nach Hause segeln sollten. Wir haben genug Schätze aus Northumbria und nicht genügend Männer, um Wales anzugreifen.” Er machte eine Pause, sah in das knisternde Feuer vor sich. “Was glaubst du macht der König wohl in diesem Augenblick? Er wird seine Armee vergrößern, wir hätten keine Chance zu gewinnen…” Ich hörte ihm zu, legte den Teller beiseite, beugte mich nach vorne und stützte die Arme auf den Knien ab. Aegir war mal wieder der Friedensbewahrer, der Weise, der seinen jüngeren Bruder zur Vernunft bringen wollte. Nach Håvard war er derjenige, der in die Fußstapfen unseres Vaters treten wollte, behandelte mich manchmal wie ein kleines naives Kind, was unüberlegt handelte und seinen sturen Kopf durchsetzen wollte, jedoch vergaß er dabei oft, dass es meine Pläne waren, die uns zum Sieg brachten. Ich war meinen Brüdern nicht selten einen Schritt voraus, kannte unsere Feinde, lernte aus Fehlern.
“Und du denkst, dass ich dies nicht schon lange durchschaut habe? Die Christen mögen zwar idiotisch sein, aber ganz dumm nun auch wieder nicht. Natürlich hat der Botschafter dem König von der Größe unseres Lagers berichtet und selbstverständlich schmieden sie gerade einen Plan, wie sie uns am besten abschlachten können und genau deswegen werden wir morgen aufbrechen und zu einer anderen Zeit hierher zurückkehren, mit größerer Streitmacht.”
Ich hasste es, unterschätzt zu werden, sei es in meiner Denkfähigkeit oder in der Art wie ich handelte. Es war schon schwer genug, mich gegenüber meinen älteren Brüdern zu beweisen, unseren Vater stolz zu machen, doch jetzt hatte ich es wieder mal geschafft. Aegir sah mich mit großen Augen an, als wäre ich die Gestalt einer unserer Götter. “Siehst du Bruder, ich weiß was ich tue”, meinte ich daraufhin triumphierend grinsend, stand auf und begab mich zu den Lebensmitteln, um einen weiteren Teller mit Fleisch und Brot zu beladen, bevor ich damit zurück zum Zelt ging.
Dort angekommen, stand die Prinzessin am anderen Ende, sah so aus als hätte einer der Männer sie gehabt, doch je näher ich kam, desto mehr wurde ich vom Gegenteil überzeugt, da sie keine weiteren Verletzungen zu haben schien, aber dafür lag jetzt ein Verband über ihrer Wunde am Oberarm, worauf ich aber nicht einging.
“Iss das, ich will nicht, dass du verhungerst”, meinte ich bestimmt, aber gleichzeitig auch mit ein wenig Sorge in der Stimme, während ich ihr den Teller genauso hinhielt wie den Becher vorhin. So wütend zornig und brutal wie ich sein konnte, gab es auch eine andere Seite, welche Christen aber normalerweise nie zu Gesicht bekamen.
Erwartungsvoll sah ich sie an, vielleicht etwas fordernd, aber dennoch mit wesentlich sanfterem Gesichtsausdruck, was sie eventuell überraschen mag.
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BeitragThema: Re: between two worlds   So Feb 25, 2018 1:34 pm

| Isabella |
Ich wand mich um, um wieder das einzige Gesicht zu erblicken, dass ich schon kannte. Mit einem vollen Teller und dem Becher, den ich nicht angerührt hatte, forderte er mich auf zu essen, und ich glaubte etwas wie in seiner Stimme zu hören, dass ich nie erwartet hätte, ein wenig Ruhe und Sorge, die nicht zu dem Rest passte.
Ein leichter Misstrauensschimmer legte sich über mein Gesicht, die Angst hatte mich meinen Hunger vergessen lassen, und als ich nun das erste Mal tatsächlich einen Schritt auf ihn zumachte, war es irgendwie verkehrt, und ich dankte im Stummen Gott für ein wenig Ruhe und Sicherheit, die mir vor dem nächsten Sturm blieb.
Aber als der rauchigen Geruch des Fleisches in meiner Nähe war, knurrte mein Mangen, ich griff danach, hielt darüber allerdings inne, sah auf, neigte den Kopf ein wenig und verängte meine blassen Augen, unschlüssig wie ich damit umgehen sollte, dass das gesammte tosende Meer plötzlich verschwunden war.
"Warum?" bis jetzt hatte ich nicht gewusst, das ein einziges Wort meinerseits so viel Unsicherheit enthalten konnte.

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BeitragThema: Re: between two worlds   So Feb 25, 2018 2:56 pm

Ivar
Abwartend lag mein Blick auf dem eingeschüchterten Mädchen vor mir, welches so schwach und zerbrechlich aussah als würde es jeden Moment in sich zusammenfallen.
Normalerweise wäre ich mit einer Christin ganz anders umgegangen, aber ich war nicht in Stimmung dazu, etwas hielt mich zurück, vielleicht das zufriedenstellende Gefühl darüber, dass ich meinen Bruder ein weiteres Mal mit meinem scharfen Verstand überrascht hatte, jedenfalls ergab sich mir zu diesem Zeitpunkt kein Bedürfnis, der Prinzessin Schaden zuzufügen.
Trotzdem wurde ich innerlich wieder unruhiger, was sich aber legte als sie endlich auf mich zukam, nach der Nahrung griff, welche ich ihr anbot.
Sie war sichtlich verblüfft, irritiert über mein plötzlich ruhiges Verhalten, obwohl dieses vor kurzer Zeit noch so voller Wut und Verachtung gewesen war. Es gefiel mir schon immer, andere zu verwirren, unberechenbar zu sein und auf der anderen Seite mit dem Gegenteil zu überraschen, ohne jeglichen Hintergedanken.
Für ihre Frage nach dem Grund meines Handelns, gab es keine aufschlussreiche Antwort, da ich ihn selbst nicht einmal genau kannte, aber ich wäre nicht ich selbst, hätte ich keine für mich typische Reaktion. „Vielleicht steckt in diesem wilden kaltherzigen Tier, wie ihr uns liebevoll nennt, doch ein bisschen Menschlichkeit?“ Mit herausforderndem Blick und leicht frechem Lächeln sah ich in die erschöpften Augen des Mädchens, gab ihr die Nahrungsmittel, bevor ich mich abwandte und die Waffen nach und nach ablegte.
Ich ließ die Christin für eine Zeit lang in Ruhe, sprach kein Wort, sondern lag mit dem Blick nach oben an die Decke des Zeltes gerichtet, auf dem improvisierten Bett, in Gedanken versunken, nachdenklich darüber, was mich zu Hause erwarten würde, ob mein Vater stolz auf unsere Ausbeute wäre.
Doch dann reizte mich eine Frage ganz besonders, weshalb ich mich aufsetzte, den Körper in die Richtung der Christengott Gläubigen drehend.
„Sag mir Prinzessin, wie wichtig bist du deinem Vater, dass er dich ohne weiteres weggibt, an uns, die ihr so verabscheut? Welcher Vater behandelt sein Kind wie ein Stück Vieh, was man unter Bauern austauscht?“ In meiner Stimmlage schwang eindeutig Spott, aber auch ein wenig Zorn gegenüber der Rücksichtslosigkeit eines Mannes, der sein Kind lieben sollte, anstatt es sich selbst zu überlassen.
„Nun, er hätte seine Stadt verteidigen und gegen uns kämpfen können, aber stattdessen benutzt er seine Tochter, im Wissen darüber, dass sie im nächsten Moment tot sein könnte“, setzte ich noch einen drauf, überkreuzte die Arme auf den Beinen.
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BeitragThema: Re: between two worlds   So Feb 25, 2018 3:27 pm

| Isabella |
Mit dem Stück Fleisch noch immer in den Fingern hörte ich ihm zu, und hob dann die Augenbrauen, wärend ich stumm auf dem Stück Fleisch kaute, es hinunterschluckte, und nach dem nächsten griff.
'Große Worte von einem kleinen Mann, der seine Emotionen nicht im Griff zu haben scheint' mein Oberarm schmerzte noch zu sehr, und meine Angst vor ihm war zu groß, um es auszusprechen.
Es war merkwürdig, eigentlich war mein Hunger nicht so groß und auch geschlafen hatte ich, und mein eigener Körper entäuschte mich, meine Gedanken, wie sie sich alle wanden und meine Stimme jedes Mal bebte, wenn ich sprach, auch wenn die Worte es eigentlich nicht taten. Der Hunger blieb, aber das Korset hielt mich davon ab, und ich überlegte, ob die Wilden überhaupt wussten, dass das Königshaus soetwas besaß, dass unter den Stoffen ein Panzer lag, der uns immer daran erinnerte, dass das weibliche Geschlecht das Schöne war, etwas besonderes, seinen eignen Körper, den man zurechtdrücken konnte. Ob sie wussten, dass die Knaben bereits im Kleinkindesalter zu fechten begannen, und die Kinder zu Hofe vermutlich gebildeter waren als das gesammte Lager. Wie unsere Politik funktionierte, unsere Prinzipien.
Sie konnten es nicht einmal erahnen, woher denn auch. Wir wussten nicht mehr über ihre unchristlichen Verlangen und Riten.
Mein Blick haftete auf dem Essen, unschlüssig stand ich im Raum, wie eine Vase, die man niemals benützte, aber sich eben in die Ecke stellte, weil sie teuer wäre, die Arme vor mir verschränkt, das Kinn leicht angehoben, weil ich mich selbst sicherer fühlen wollte, wärend er es sich bequem zu machen schien, auf sein legte und an die Decke starrte, ich folgte seinem Blick, aber dort war nichts.
Als er den ersten Satz sprach, spannte ich mich an, und fphlte mich plötzlich wieder als würde mein Körper mich tragen können, sah mich selbst wie ich Helene angesehen hatte, hatte den Mund schon offen, hatte schon begonnen zu reden, ohne Ton, nur die Lippen bewegend, aber er legte etwas dazu, auf seinem Bett sitzend, zu seiner Vase blickend, mit Spot im Gesicht und einer eindeutigen Frage im Gesicht.
Und ich versuchte meine Worte zu wählen, versuchte Acht auf mich selbst zu geben.
"Sag du mir, was wärst du für ein König, wenn du das Leben einer Einzelnen über dass von Tausenden setzt?" 'Aber du hast vermutlich deine zwei Menschen, und bist so selbstsüchtig, dass du Millionen Unschuldige für diese umbringen würdest' "Es ist eine einfache Rechnung" 'Und eine dumme Entscheidung von euch' "Nur verstehe ich die Geleichung auf eurer Seite nicht, und im Eigentlichen ist es nicht von Bedeutung, aber auch wenn ich darüber nachdenke, es ergibt für mich keinen nachvollziebaren Sinn"
Wieder brach meine Stimme, wieder musste ich zwischendurch schlucken, aber die Worte waren da. Unbewusst hatte ich meine Arme ebenfalls verschränkt, auf meinen Schultern, drückte mit den Handgelenken auf die kleine Wunde über meinem Schlüsselbein.
Mitlerweile hatte ich es verstanden, der Barbar hielt sich für unglaublich klug, der, der die Pläne zu schmieden schien, der Anführer eben. Nichts unterschied ihn von einem König, nur dass sein Tron ein Pferd oder ein Schiff sein mochte. Der große Mann auf dem Bett würde es nicht wahr haben wollen, aber das einzige was ihn änderte, war die gottlosichkeit, die ihn von einem Menschen, zu einem Tier herabstufte.
Alles von dem was ich gesagt hatte, war erfunden und erlogen, nichts davon war so gedacht worden, aber es schien zu passen, und ich spührte die Sünde bereits auf mir lasten, schwer, eine schwarze Wolke.

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BeitragThema: Re: between two worlds   So Feb 25, 2018 6:07 pm

Ivar
Ich unterbrach sie nicht, ließ sie die Worte aussprechen, die so selbstverständlich über ihre Lippen kamen, selbstsicher, aber dennoch wurde ich skeptisch. Dachte sie wirklich derartig über das Handeln ihres Vaters, der sie für das Volk opferte, nur um einem Kampfe aus dem Weg zu gehen?
Für mich ergaben sich nun zwei Möglichkeiten, entweder die Christin schien sehr von der Strategie des Königs überzeugt zu sein oder die von mir eventuell aufgeführte Wahrheit verletzte sie und ihre  Aussage sollte es verbergen.
Nachdem die Prinzessin ausgesprochen hatte, wartete ich einen Moment, stand dann mit gestrafften Schultern auf, der Gesichtsausdruck so dunkel und ernst wie die Christen es von einem Vikinger wie mir erwarteten.
„Bei uns nennt man das Familie und Familie gibt man nicht einfach so kampflos auf. Dein Vater ist feige, versteckt sich hinter seinen Mauern, die er wahrscheinlich während seines Lebens kaum verlassen hat.“ Und da war er wieder, der Hass auf die Christus Anhänger, die Tag für Tag bei ihrem Gott um Schutz bettelten, sich in ihren Kirchen verkrochen, wenn es gefährlich wurde.
Im Gegensatz zu ihnen waren wir Wikinger frei, erkundeten die Welt, eroberten neue Gebiete, anstatt uns in unserer Heimat zu verschanzen. Wir hatten nicht nur einen Gott, sondern mehrere, welche Opfergaben von uns erhielten, anstatt von tausenden Gebeten am Tag genervt zu werden.
„Was wisst ihr schon über uns? Ihr haltet euch für etwas besseres in euren glänzenden Rüstungen. Ihr verbringt lange Zeiten damit, riesige Burgen zu erbauen, die euren Reichtum zum Ausdruck bringen sollen, aber letztendlich doch von anderen Völkern eingenommen werden.“ Mittlerweile stand ich wieder vor dem Mädchen, durchbohrte sie mit meinem Blick wie ein Pfeil die Rüstung einer ihrer lächerlichen Ritter.
„Ohne euren Gott, an den ihr euch so erbärmlich klammert, seid ihr nichts.“ Während den letzten Worten, musterte ich sie einmal von oben bis unten, während sich mein Kiefer, aufgrund des Zornes in mir, anspannte, sich die linke Hand zu einer Faust ballte.
„Und im Übrigen bezweifle ich, dass dein Vater dich über die Verhandlung im Vorhinein informiert hat. Du hattest keine Ahnung davon und im Folgenden auch keine Wahl. Du musstest ihm gehorchen, sonst hättest du dich seinem Willen nicht einfach so hingegeben und insgeheim weißt du, dass ich recht habe.“
Ich hätte ihr gerne noch weitere Worte gesagt, die ihr nicht gefallen würden, jedoch hielt ich mich zurück, wollte den Zorn verdrängen, der ansonsten zu schlimmeren Taten führte, die ich bereute, ließe ich ihn zu.
„Ich weiß mehr über euer Volk als du denkst.“ Das waren meine letzten Worte, bevor ich zu einer Schale voll mit Wasser lief, welche am Ende des Bettes stand, die Hände darin wusch, nachdem ich mich auf die Bettkante gesetzt hatte, und mit ihnen anschließend über mein Gesicht fuhr.
In dem letzten Satz zur Prinzessin steckte mehr Wahrheit drin als sie vielleicht denken mochte. Während meinem Kindesalter hatte meine Mutter, während mein Vater eine Weile weg gewesen war, einen Freund unserer Familie darum gebeten, mir Dinge über die Christen zu lehren, unter anderem auch, dass ich sie hassen müsse, genauso wie er und somit besaß ich heute nun ein wesentlich größeres Wissen als meine Brüder, doch gleichzeitig war der Hass auch verstärkter, manchmal sogar mehr als mir lieb war, was aber niemand wusste.


Zuletzt von EndlessDream am Mo Feb 26, 2018 9:56 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: between two worlds   So Feb 25, 2018 8:23 pm

| Isabella |
Es war wieder weg, das Gute, das sich in seine Mimiken geschlichen hatte. Wieder hatte ich es geschafft, und ich fragte die Heiligen, warum ich mit meinem Leben so leichtsinnig spielte.
Als er über meinen Vater sprach, als würde er verstehen, was eine Königliche Blutslinie bedeutete, was sie einem aufwog, was man zu tragen hatte, merkte ich plötzlich, was es war, dass seine Menschlichkeit vertrieb. Hass, die Art wie er auf mich zuging, wärend er von Halbwahreheiten redete. Auch wenn ich es mir fest vornahm, mir auf die Lippe biss, bis ich Angst hatte, sie würde beginnen zu bluten, musste ich wieder zurückweichen, stieß mit dem Rücken gegen die Zeltmauer und hielt meinen verwundeten Arm, als er mich ansah, als wolle er mich umbringen, nicht wie zuvor, nicht auf eine allgemeine Art und Weise, mehr als würde er es in der Sekunde mit blosen Händen tun, senkte ich sogar meinen Blick, versuchte das Kreuz an meiner Brust zu spühren, und betet für ihn und seine arme, vom Weg abgekommene Seele, falls er eine besaß.
Er spottete über Gott, und ich spannte mein Kiefer an, sah auf, begenete dem musternden Blick eines Fleischers, der sich entschied, wo er das halbe Schwein teilen würde. Viel zu nah an mir, ich bildete mir ein, ihn atmen zu hören, plötzlich erschien er mir riesig.
Wärend er von der Wahrheit erzählte, hatte ich die Augen geschlossen, erinnerte mich an die letzten Momente im Hof, an meine Mutter, die nie einen eigenen Willen besessen hatte. Helen hatte einmal gemeint, sie wäre eine slavische Prinzessin gewesen, allerdings rumorte man, sie hätte kein Königsblut. Die Gerüchte, die still und innerhalb der Mauern geblieben waren, erzählten dass sie von Sklavenhändlern verkauft und über mehrere Jahre missbraucht worden war. Was sie gerettet hatte waren blose Zufälle und ein Engelsgesicht. Ich scheute davor zurück, schlecht von ihr zu denken, sie war nie gleichgültig, nur dankbar, für alles was sie hatte.
Seine kleine Ansprache kam mir unglaublich lang vor, genug lange, um mir Tränen in die Augen zu bringen, die vereinzelt meine Wangen hinunterliefen.
Als er den letzten Satz sagte, sah ich auf, mit roten Augen. Plötzlich war die Angst vor ihm angestiegen, hatte sich in meine Knochen gesetzt, und trotzdem ging ich einen Schritt vor, der untere Saum meines Überrocks streifte seine Füße, sah zu ihm hoch mit purer Angst in den Augen und einer plötzlichen Sicherheit, die mich erschreckte und überraschte.
'Wer hat dich wohl so sehr gebrochen, dass du Gefallen daran findest mich zerbrechen zu sehen?'
Aber ich sagte nichts, schüttelte leicht den Kopf und hörte Augustsus Worte, senkte mein Kinn, trat zurück, soweit es möglich war.

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BeitragThema: Re: between two worlds   So Feb 25, 2018 10:07 pm

Ivar
Leicht nach vorne gebeugt, mit einer Hand meinen Kopf stützend, sah ich in die Wasserschale vor mir auf dem Boden, das schwache Licht, welches durch den Spalt des Zelteingangs drang, führte dazu, dass sich meinerselbst im Wasser spiegelte. Ich sah meine zornigen blauen Augen, ein paar Wassertropfen liefen über mein Kinn, verursacht von meinen nassen Händen mit denen ich mir übers Gesicht gefahren war. Ich erkannte mich selbst nicht wieder und doch handelte es sich bei der Person auf der Wasseroberfläche um Ivar Eriksson. Die Christin sagte nichts mehr, ich hatte zuvor nur ihre Tränen gesehen. Sie sah mich als das wilde Tier, das Monster, welches das Töten mehr liebte als alles andere. In mir steckte aber viel mehr, jedoch war ich es schon gewohnt, so gesehen zu werden, jeder machte Platz, wenn ich wütend umherlief, innerlich mit mir kämpfend, nicht den nächsten umzubringen, der nicht beiseite ging.
Mein Vater sagte mir mal, dass mich irgendwann jeder kennen und fürchten würde, diese Vorstellung gefiel mir, aber war es wirklich das, was ich wollte?
Ich schloss die Augen, um diese Gedanken zu verdrängen, sie kamen mir unpassend vor, sie machten mich schwach und ich musste stark sein.
Eher unbewusst legte sich meine rechte Hand um den bronzefarbenen Armreif am linken Handgelenk, wo er von dem Ärmel des Leinenhemdes überdeckt wurde. Meine Brüder hatten auch so einen von unserem Vater bekommen, er sollte uns beschützen und auf irgendeiner Weise wollte ich jetzt nach Hause segeln.
Zumindest war der Zorn in mir wieder ein wenig zurückgegangen, doch entspannt konnte ich nicht sein, nicht hier, nicht an diesem fremden Ort. Dazu kam noch das Christenmädchen, das hinter meinem Rücken stand, welches ich jetzt über meine Schulter hinweg ansah.
“Setz dich, du machst mich nervös”, forderte ich etwas gereizter als ich es eigentlich wollte, schaute wieder in die Wasserschale bis ich sie letztendlich kaum hörbar seufzend von mir wegschob.
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Roseo
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BeitragThema: Re: between two worlds   So Feb 25, 2018 11:00 pm

| Isabella |
Ich sah zur Decke, und wollte den Himmel sehen, um Gott zu danken, vielleicht voreilig, vielleicht zu früh. Aber meine Entscheidung nichts zu sagen, war eindeutig besser gewesen. Sobald er sich abgewand hatte, begann ich zu zittern, ein wenig, wie wenn man in den riesigen hohen Räumen des Schlosses nicht genug anhatte, und doch anders. Um mich zu konzentrieren, nahm ich das Kreuz wieder und drückte es in meine Handfläche.
Er hat den Kopf gebeugt, und ich sah mich erneut um, fragte mich wie es außerhalb aussehen würde, wie der Mann wäre, der ihn zuvort herausgerufen hatte. Ich war noch nie auf einem gefrohrenen See gegangen, aber ich stellte es mir genau so vor, vielleicht lag ich falsch, aber ich wollte versuchen ihn möglichst nicht aufzubringen, um meines eignen Lebens Willen.
'Und du machst mir Angst'
Ohne meinen Blick zu heben, trat ich hinter ihm hervor, als er dies eindeutig aufforderte. Noch immer begleitete mich das Rascheln des Stoffes bei jedem Schritt, mein gesammter Umkreis war davon eingenommen. Ich dachte, einen Seuftzer zu vernehmen, als ich mich auf der anderen Seite des Zeltes auf den Rand des Bettes setzte, weil es das einzige war, was dazu einlud, und vielleicht war es Zeit zu gehorchen.
"Kämpfen eure Frauen mit euch? Zwar habe ich keine gesehen, aber man erzählt es sich" ich musste reden, wollte nicht still sitzend gefangen sein, und hätte ich begonnen zu beten, wäre es wohl mein Ende.

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BeitragThema: Re: between two worlds   Mo Feb 26, 2018 5:40 pm

Ivar
Es dauerte tatsächlich nicht lange bis die Christin der Aufforderung nachging, zumindest hörte ich ihr Gewand bei jeder Bewegung, die sie machte immer näher kommen und anschließend verstummen.
Das Mädchen saß auf meinem Bett, das spürte ich, obwohl ich ihr den Rücken zuwandte und sofort bestätigte sich ihr typisches Bild einer Prinzessin, sie würde nicht freiwillig zurück auf den Boden, doch es kümmerte mich nicht weiter, zumindest vorerst.
Zumindest war ich jetzt nicht mehr ganz so unruhig, deshalb akzeptierte es ich einfach, doch die Ruhe hielt nicht lange, da das Mädchen schon wieder das Wort ergriff, mir eine Frage stellte, welche die Erzählungen der Christen bestätigen würde.
Ich setzte mich nun so hin, dass ich die Prinzessin ansehen konnte, die wie erwartet ebenfalls auf dem Bett saß, lächelte schwach, mysteriös, selbstgefällig, wie man es nennen wollte.
“Ich will mir gar nicht vorstellen, was ihr Christen sonst noch alles über uns erzählt was ich noch nicht weiß, aber ja, manche tun es, andere bleiben zu Hause. Sie können selbst entscheiden was sie machen wollen, im Gegensatz zu den Frauen in eurem Volk.” Ich konnte diese Anmerkung nicht lassen, es machte mir zu viel Spaß, das Christenvolk für ihre Gesellschaft zu kritisieren.
“Vielleicht lehre ich dir eines Tages das Kämpfen, wenn ich dich nach Norwegen gebracht habe. Ich weiß noch nicht, was ich mit dir tun soll, das muss ich mir noch überlegen.” Für einen kurzen Moment musterte ich sie nachdenklich, mittlerweile kam es mir fast wie ein Fehler vor, Wales nicht sofort angegriffen, sondern erstmal eine der Königstöchter zu mir geholt zu haben für die ich wahrscheinlich nicht einmal eine Verwendung haben würde.
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BeitragThema: Re: between two worlds   Di Feb 27, 2018 8:12 pm

| Isabella |
Zwischen einen Blick im Rücke und einem ins mein Gesicht, entschied ich mich für letzteres, und wand mich sitzend mit dem Oberkörper zu ihm, was sich für mich wie ein kleines Kunststück anfühlte, betrachtete man meine Kleidung.
Das Lächeln des Barbaren wirkte immer, als würde es nur ihm alleine, oder überhaupt nicht ihm gehören, es erinnerte mich an einen der Stallburschen, der entweder tief aus ihrem Herzen oder nur für andere gelacht hatte.
Er sprach davon, dass die Frauen seines Volkes eine Wahl hatten, und zu nichts gezwungen wurden, machte eine winzige Pause, und sprach dann von Plänen, zufrieden hörte ich dem zu, was ich eigentlich hatte hören wollen. Geplant war es nicht, ihn einfach zum Reden zu bringen, aber es funktionierte, und ich legte den Kopf schief, meinen Mund wieder leicht offen und eine Antwort auf der Zunge, meine Menschen, meine Bräuche, mein Volk zu verteidigen. Und dann schluckte ich meinen Stolz hinunter, weil mein Arm, mit dem ich mich abstützte, unter dem Stoff wehtat, und der mussternde Blick mich an seine vorigen Worte erinnerte. Sie machten mir Angst, mehr als ich beschreiben konnte, nährten die Vorstellungen in meinem Kopf und dichteten dem Ungläubigen Taten zu, die er zu tun vermochte.
Irgendwie wollte ich die Stille füllen, wie spät es war, wusste ich nicht, und ich fühlte mich, als würde ich das Zelt niewieder verlassen. Zumindets nicht tot, egal ob seelisch oder körperlich.
Der Gedanke an ein Schwert oder eine Waffe, mit der ich ernsthaftige Verletzungen verursachen könnte, graute mir, und ich wusste schon, dass ich bei dem kleinsten bisschen fremden Blut kotzen müsste. "Es würde mich interessieren, vor allem wenn es bei eurem Volk im Möglichen liegt. Unsere Frauen kämpfen nicht mit den selben Waffen wie ihre Männer, und vielleicht liegt mir die eure ja sogar?" Versuchte ich von all den vorigen Themen abzukommen, entschuldigte mich tausend male nicht für meinen Gott einzuspringen.
"Ich habe noch nie eine Waffe auch nur gehalten"
Helen, Matilda und Augustus kamen in meine Gedanken. Helen, die anmutige Königin Polens, Martilda, vermutlich verheiratet worden in ein anderes Herrschaftshaus ohne dass ich sie je wieder zu gesicht bekommen würde, und Augustus, Königssohn Soldat, dessen Gesicht niemand kannte, dessen Herrkunft niemand vermutete. Geschaffen als ebenbürtiger Anführer für die Armeen Englands. Als neuer, besserer König.

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BeitragThema: Re: between two worlds   Do März 01, 2018 4:12 pm

Ivar
Zugegeben, ihre Aussage überraschte mich ziemlich, sie schien ihren Groll mir gegenüber und meinem Volk besänftigt zu haben, zumindest wehrte sich die Christin nicht vehement dagegen, mit uns nach Norwegen zu kommen, eine andere Wahl hätte sie aber schließlich auch nicht.
Ich verengte meine Augen ein wenig als die Prinzessin meinte, dass sie der Umgang mit unseren Waffen interessieren würde, versuchte anhand ihrer Gesichtszüge herauszufinden, ob das nur eine Lüge war, um mich nicht wieder wütend zu machen, doch eine Lüge erkannte ich hinter diesen Worten nicht, was mir trotzdem noch suspekt vorkam. Umso mehr glaubte ich ihr das was sie einen Moment später sagte, ging darauf vorerst aber nicht ein, sondern stand stattdessen auf und holte mir etwas von dem Ale, bevor ich mich mit meinem Becher in der Hand zurück auf die Bettkante setzte, einen Schluck trank und die wohltuende Flüssigkeit den Hals hinunterlaufen spürte.
Für einen kurzen Moment stellte ich mir vor, was Aegir jetzt an meiner Stelle mit dem Christenmädchen machen würde, doch dann wurde diese Vorstellung ziemlich schnell eindeutig. Er würde sie wahrscheinlich ihre Geschichte erzählen lassen und ihr versichern, dass ihr in Norwegen nichts passieren wird, doch ich war nicht er, ich war Ivar, der jüngste von uns drei Brüdern und nebenbei bemerkt wahrscheinlich auch der sturköpfigste.
Mit gefiel es, im Kampf gnadenlos zu töten, meine Feinde niederzumetzeln als wäre ihr Leben wertlos. Deshalb war es für meinen Bruder, der jetzt bestimmt immer noch nachdenklich am Feuer saß, auch so verwunderlich, dass eine Christin so lange bei mir in der Nähe überlebte.
Ich musste mir selbst noch im Klaren darüber werden, ob ich das Ganze hier als Spiel ansah, welches ich in Norwegen sofort beendete, oder ob sie doch noch für irgendwas nützlich sein würde.
Nach einer Weile der Ruhe, lehnte ich mich schließlich ein wenig zu ihr vor, hielt erneut Blickkontakt. “Wie ich schon sagte, ich weiß noch nicht was ich mit dir tun soll. Vielleicht ernenne ich dich auch einfach zur Sklavin und Sklaven wiederum haben bei uns keinen freien Willen”, sagte ich halb flüsternd mit eindringlicher Stimme, setzte mich wieder aufrecht hin und trank nochmal was.
Es fühlte sich gut an, die Macht darüber zu haben, was mit einem anderen Menschen passierte, auch wenn ihr Schicksal schon lange besiegelt sein könnte.
Dennoch blieb mir zumindest die Illusion, ihr weiteres Leben zu beeinflussen.
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BeitragThema: Re: between two worlds   Do März 01, 2018 4:38 pm

| Isabella |
Er mussterte mein gesicht, als würde er die Lüge riechen, meine Art wegzukommen von den Dingen, die er zuvor gesagt hatte. Solange ich sie nicht aussprach, solange ich nicht darüber nachdachte, solange waren sie auch noch nicht wirklich da, noch nicht wirklich real.
Und anscheinend war mir meine Lüge gelungen, zumindest schien er mir zu glauben, und ich machte nicht den fehler, zu lächeln. Matilda hatte mir einmal gesagt, dass Menschen zu lesen wie einfache Mathematik war, man musste nur die Formeln kennen. Nur hatten mich Lügen bis jetzt angewiedert, ich fand sie abstoßend, und sie waren verboten, Gott hatte uns gelehrt, dass die Ehrlichkeit das war, was uns menschlich machte, was Sünder von Nicht-sündern unterschied.
Und deshalb kannte ich die Formeln nicht, bis auf eine, die meine kleine Schwester gerne pflegte. Nach einer gelungenen Lüge durfte man nicht lächeln, es war das Zeichen von Triumpf, und wenn man die Wahrheit als richtig verkaufte, freute man sich ja auch nicht darüber.
Der Ungläubige dachte anscheinend nach, sein blick schien nichts zu fixieren, und in der kurzen Stille, bevor er sich vorlehnte, und ich wieder ein wenig nach hinten auswich, bedankte ich mich still dafür, dass ich noch lebte.
"Wenn dieses Ziel in deinem Interesse läge" begann ich, verfluchte meine Stimme, die wieder zitterte, und die Angst die sich wieder in den Vordergrund geschoben hatte. "So liegt es vermutlich ohnehin nur an dir was passieren wird, du hast mich meinem freiem Willen ohnehin schon beraubt."
Würde ich andere Wilde beim Namen kennen lernen?
Wäre einer davon zumindest menschlich?
Würde ich mit einem unterhalten können, ohne bei jedem Wort vorsichtig wie bei einem wütenden Kleinkind sein zu müssen?
Wo müsste ich ihn mit einem Messer treffen, dass er schneller sterben könnte, ohne mich ebenfalls umzubringen?
Bei dem letzten Gedanken musste ich schlucken und versuchte mich halbwegs aufrecht hinzusetzen, Platz zwischen uns zu bringen. Ich wollte aufhören, so zu denken. Schloss meine Augen für einen Augenblick. Suchte nach irgendwelchen Handlungen, die ich kopieren könnte, suchte nach meinen Geschwistern. Helen hätte sich nie gesetzt, hätte Haltung gewahrt, wäre gestorben, bevor sie sich wie ein Tier behandeln liese. Meine kleine Schwester konnte ich nicht einschätzen, entweder sie hätte den großen Ungläubigen verführt, um ihn blind zu machen, sie war eine Sünderin, und das einzige was meine Abscheu gegenüber ihr dämpfte, war das Blut dass wir teilten.
Mitlerweile war ich müde, es war kalt, trotz des Bergs aus Stoff, ich war gequetscht, durstig und wollte mich eigentlich nur irgendwo zusammenrollen und schlafen. Ab ich jedoch irgendwann einmal wieder wirklich in einen Tiefschlaf fallen würde, bezweifelte ich.
Vielleicht könnte ich ihn fragen, ob er mir Gewand geben würde, damit ich weniger wie ein Schwan aus lauter Enten hervorstechen würde. Aber ich sagte nichts, sah ihn nur ausdruckslos an und wartete.

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